Schädelbasischirurgie · Istanbul, Türkei

Glomus-jugulare-Tumor: Symptome, Behandlung und Erholung

Der Glomus-jugulare-Tumor (Glomustumor am Ohr) wächst langsam an der Schädelbasis. Häufig beginnt er mit einem pulsierenden Geräusch in einem Ohr. Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak behandelt ihn in Istanbul mit dem Ziel, Gehör, Stimme und Schlucken zu erhalten.

Medizinisch geprüft von Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak, Neurochirurg · Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

27+Jahre Erfahrung in der Neurochirurgie
5.000+Operationen
64Herkunftsländer der Patienten
33wissenschaftliche Publikationen

Quelle der Karrieredaten: Berufsprofil und Publikationsliste von Prof. Albayrak, September 2026.

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Kurz erklärt

Was ist ein Glomus-jugulare-Tumor?

Ein Glomus-jugulare-Tumor ist ein seltener, langsam wachsender und fast immer gutartiger Tumor der Schädelbasis. Er entsteht im Foramen jugulare, einer Öffnung tief unter dem Mittelohr. Wenn er wächst, kann er jedoch das Gehör und die Nerven für Stimme und Schlucken schädigen.

Ärzte zählen ihn zu den Paragangliomen. Er wächst aus Glomuszellen, winzigen Nestern von Nervengewebe in der Wand der inneren Drosselvene direkt unter dem Schädel.

Der Tumor ist außerdem sehr gut durchblutet. Deshalb kann er im Takt des Herzschlags pulsieren, und bei einer Operation blutet er leicht.

Ein kurzes Video vom Kanal von Prof. Albayrak erklärt den Tumor, seine Symptome und die Behandlungsmöglichkeiten.

Glomus jugulare, Glomus tympanicum und andere Paragangliome

Paragangliome an Kopf und Hals haben denselben Ursprung. Ihre Lage verändert aber die Beschwerden und die Operation.

  • Glomus jugulareBeginnt im Foramen jugulare; kann Ohr und Schädel erreichen
  • Glomus tympanicumBeginnt im Mittelohr; oft klein
  • Jugulotympanaler TumorGlomus jugulare, ins Mittelohr gewachsen
  • Glomus vagaleWächst entlang des Vagusnervs am Hals
  • Glomus caroticumWächst an der Gabelung der Halsschlagader
  • Hormonaktives ParagangliomGibt adrenalinähnliche Hormone ab
Beginnen Sie mit Ihrer Beobachtung

Welches Symptom führt Sie hierher?

Wählen Sie zuerst das Symptom, das Ihnen aufgefallen ist. Jeder Link erklärt dann, warum ein Glomus-jugulare-Tumor es auslöst.

  1. 01Ein pulsierendes Geräusch in einem OhrEin Rauschen im Takt des Herzschlags
  2. 02Hörverlust oder ein Druckgefühl im OhrGedämpftes Hören auf einer Seite, Schwindel
  3. 03Heiserkeit oder SchluckbeschwerdenVerschlucken beim Trinken, schwache Stimme, schwache Schulter
  4. 04Schwäche im GesichtEine hängende Gesichtshälfte, das Auge schließt nicht ganz
  5. 05Herzrasen, Schwitzen oder BluthochdruckZeichen eines hormonaktiven Tumors
Symptome

Symptome eines Glomus-jugulare-Tumors

Die Symptome eines Glomus-jugulare-Tumors beginnen langsam, während der Tumor auf das Ohr und benachbarte Nerven drückt. Viele Betroffene leben daher Monate oder Jahre mit einem pulsierenden Ohrgeräusch, bevor die Diagnose feststeht.

Hörverlust und ein pulsierendes Geräusch sind die häufigsten ersten Zeichen. Nervensymptome wie Heiserkeit kommen meist später, wenn der Tumor das Foramen jugulare ausfüllt.

Ein pulsierendes Geräusch im Ohr

Die meisten Patienten bemerken zuerst ein rhythmisches Rauschen in einem Ohr, im Takt des Pulses. Ärzte nennen das einen pulssynchronen Tinnitus. Er entsteht durch das Blut, das durch den Tumor fließt.

Bei der Ohruntersuchung sieht der Arzt manchmal eine rötlich-blaue Masse hinter dem Trommelfell. Dieser sichtbare Teil ist aber oft nur die Spitze eines größeren Tumors.

Hörverlust und Druckgefühl im Ohr

Füllt der Tumor das Mittelohr, hält er den Schall auf dem Weg zum Innenohr auf. Später kann er auch das Innenohr selbst schädigen.

  • Gedämpftes Hören auf einer Seite
  • Ein Druck- oder Völlegefühl im Ohr
  • Schwindel oder Unsicherheit beim Gehen

Stimme, Schlucken und Schulter

Drei Hirnnerven verlassen den Schädel durch das Foramen jugulare, und der Zungennerv verläuft ganz in der Nähe. Drückt der Tumor auf sie, sprechen Ärzte vom Foramen-jugulare-Syndrom.

  • Heiserkeit oder eine schwache, hauchige Stimme
  • Husten oder Verschlucken beim Trinken
  • Schwäche beim Heben der Schulter
  • Schwäche der Zunge auf einer Seite

Schwäche im Gesicht

Der Gesichtsnerv verläuft im Knochen direkt neben dem Tumor. Ein größerer Tumor kann deshalb eine Gesichtshälfte hängen oder zucken lassen.

Eine Gesichtsschwäche ist seltener als ein Hörverlust. Tritt sie auf, ist jedoch rasch eine Bildgebung nötig.

Herzrasen und Bluthochdruck

Wenige Glomus-jugulare-Tumoren, etwa 2-4 %, geben Katecholamine ab. Das sind adrenalinähnliche Hormone des Körpers.

  • Anfälle von Herzrasen und Schwitzen
  • Bluthochdruck, der sich schwer einstellen lässt
  • Kopfschmerzen und blasse Haut während der Anfälle

Vor der Behandlung prüfen Blut- oder Urintests deshalb diese Hormone. Sind die Werte erhöht, geben Ärzte zuerst blutdrucksenkende Medikamente, damit die Operation sicherer verläuft.

Warum Symptome oft spät auftreten

Der Tumor wächst langsam, oft über Jahre. Außerdem gewöhnt sich der Körper an schleichende Veränderungen der Nerven. Bei der Diagnose kann der Tumor daher schon groß sein.

Wer bekommt einen Glomus-jugulare-Tumor?

  • Die meisten Patienten sind zwischen 40 und 70 Jahre alt
  • Frauen erkranken 3- bis 6-mal häufiger als Männer
  • Pro Jahr erkrankt etwa 1 von 1,3 Millionen Menschen

Fragen in dieser Phase

Ist ein pulsierender Tinnitus immer ein Zeichen für einen Tumor?

Nein. Die meisten pulsierenden Ohrgeräusche haben andere Ursachen, etwa Varianten der Blutgefäße oder eine durale arteriovenöse Fistel. Ein einseitiges Pulsieren im Ohr sollte aber ein HNO-Arzt untersuchen, oft ergänzt durch eine MRT.

Kann ein Glomus-jugulare-Tumor Schwindel verursachen?

Ja. Schwindel tritt auf, wenn der Tumor das Innenohr oder den Gleichgewichtsnerv erreicht. Meist verändert sich aber zuerst das Hören.

Tut ein Glomus-jugulare-Tumor weh?

Meist nicht, denn Ohrenschmerzen sind selten. Kopfschmerzen können aber auftreten, wenn ein großer Tumor in den Schädel hineinwächst.

Früh handeln

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Die meisten Ohrgeräusche und Hörveränderungen haben einfachere Ursachen. Manche Muster sollten Sie aber zügig abklären lassen.

Vereinbaren Sie einen Arzttermin bei:

  • Einem pulsierenden Geräusch in einem Ohr, das nicht verschwindet
  • Hörverlust auf einem Ohr
  • Heiserkeit, die länger als drei Wochen anhält
  • Verschlucken beim Trinken oder einem neuen Knoten am Hals

Im Notfall rufen Sie sofort den Notruf 112 an, zum Beispiel bei:

  • Plötzlicher Schwäche im Gesicht
  • Erstickungsgefühl oder Atemnot
  • Plötzlichen, sehr heftigen Kopfschmerzen mit Erbrechen
  • Sehr hohem Blutdruck mit pochenden Kopfschmerzen

Meist klären eine Ohruntersuchung, ein Hörtest und eine MRT diese Fragen. Zeigen sie einen Tumor, folgt die Beratung bei einem Team für Schädelbasischirurgie. Vergleichen können Sie diesen Tumor auch mit anderen Tumoren der Schädelbasis.

Tumorstadium

Wie Ärzte den Tumor einteilen: die Fisch-Klassifikation

Mit der Fisch-Klassifikation beschreiben Chirurgen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Diese Einteilung lenkt dann die Wahl der Behandlung.

Fisch-KlasseAusdehnung des TumorsBedeutung für die Behandlung
ANur im Mittelohr (Glomus tympanicum)Ohroperation, oft durch den Gehörgang
BMittelohr und Warzenfortsatz (Mastoid) hinter dem OhrOperation über den Warzenfortsatz hinter dem Ohr
C1-C3Im Knochen unter dem Ohr, entlang des Kanals der Halsschlagader (C1 am wenigsten, C3 am weitesten)Schädelbasisoperation, Radiochirurgie oder beides
D1-D2Wächst in den Schädel: unter 2 cm (D1) oder größer (D2)Operation in mehreren Schritten, Radiochirurgie oder eine Kombination
Was bedeutet ein Tumor der Fisch-Klasse C oder D für mich?

Der Tumor reicht dann bis an die Halsschlagader oder in den Schädel. Eine vollständige Entfernung gefährdet die Nerven dabei stärker. Der Plan verbindet deshalb oft eine Teilentfernung mit Radiochirurgie.

Behandlung

Behandlung eines Glomus-jugulare-Tumors

Die Behandlung richtet sich nach Tumorgröße, Nervenfunktion, Alter und allgemeiner Gesundheit. Nach veröffentlichten Daten werden durch Operation oder Bestrahlung mehr als 90 % der Betroffenen geheilt.

OptionGeeignet vor allem fürHauptziel
Mikrochirurgische EntfernungWachsende Tumoren bei jüngeren PatientenTumor entfernen, Druck nehmen
Teilentfernung plus RadiochirurgieTumoren an noch funktionierenden Stimm- oder SchlucknervenGroßteil entfernen, Nerven erhalten
Stereotaktische RadiochirurgieKleine Tumoren oder TumorresteWachstum ohne Schnitt stoppen
EmbolisationGrößere Tumoren, einige Tage vor der OperationBlutzufuhr und Blutung verringern
BeobachtungKleine Tumoren ohne Beschwerden; ältere PatientenWachstum per MRT verfolgen

Oft kombinieren Chirurgen die Verfahren, etwa eine Embolisation vor der Mikrochirurgie.

Lässt sich ein Glomus-jugulare-Tumor ohne Operation behandeln?

Ja, in vielen Fällen. Die Radiochirurgie kann das Wachstum zum Beispiel ohne Schnitt stoppen. Nach veröffentlichten Daten bleiben außerdem etwa 65 % der nur beobachteten Tumoren stabil oder schrumpfen sogar.

Erholung

Erholung nach der Operation eines Glomustumors

Die meisten Patienten kehren etwa 4-6 Wochen nach der Operation eines Glomus-jugulare-Tumors an die Arbeit zurück. Die Erholung dauert aber länger, wenn sich ein Stimm- oder Schlucknerv erst anpassen muss.

PhaseOhroperation (Glomus tympanicum)Schädelbasis­operation (Glomus jugulare)Radiochirurgie
Krankenhaus­aufenthaltOft 1-2 NächteMehrere Tage; länger, wenn das Schlucken Unterstützung brauchtMeist keiner
Erholung zu HauseEtwa 1-2 WochenEtwa 2 Wochen oder länger1-2 Tage
Zurück an die ArbeitOft nach 2-4 WochenOft nach 4-6 WochenNach wenigen Tagen
Erholung der NervenSelten nötigWochen bis Monate Stimm- oder SchlucktherapieVeränderungen, falls überhaupt, treten langsam auf

Das sind typische Zeitspannen; Ihr Verlauf hängt von Tumorgröße und Nervenfunktion ab.

Wie lange dauert die Erholung nach der Operation eines Glomustumors am Ohr?

Bei kleinen Tumoren im Mittelohr reichen oft wenige Wochen. Nach einer Schädelbasisoperation kann die Therapie der Nerven dagegen Monate dauern.

Ihr Team

Welche Ärzte einen Glomus-jugulare-Tumor behandeln

Diese Tumoren behandelt ein Team für Schädelbasischirurgie, denn sie überschreiten die Grenzen von Ohr, Gehirn und Hals. Nach veröffentlichten Empfehlungen operieren oft ein Neurochirurg, ein Kopf-Hals-Chirurg und ein Ohrchirurg gemeinsam.

  • Neurochirurg mit Schwerpunkt Schädelbasis: entfernt den Teil nahe dem Gehirn und im Foramen jugulare
  • Otochirurg (HNO-Arzt mit Schwerpunkt Ohr): operiert durch Ohr und Felsenbein
  • Interventioneller Neuroradiologe: verschließt vor der Operation die Gefäße, die den Tumor versorgen
  • Strahlentherapeut (Radioonkologe): plant Radiochirurgie oder Strahlentherapie
  • Logopäde: unterstützt die Erholung von Stimme und Schlucken
  • Humangenetiker: prüft erbliche Veranlagungen für Paragangliome

Fragen Sie jedes Team, wie oft es solche Tumoren behandelt und ob es Nervenmonitoring für Schlucken und Stimme nutzt.

Ursachen

Was verursacht einen Glomus-jugulare-Tumor?

Bei den meisten Menschen lässt sich keine klare Ursache finden. Vererbte Genveränderungen erklären aber einen deutlichen Teil der Paragangliome.

Veränderungen der SDH-Gene, vor allem des SDHD-Gens, können in Familien weitergegeben werden. Nach veröffentlichten Daten haben 25-35 % der Menschen mit einem Paragangliom eine erbliche Veranlagung.

Offizielle Empfehlungen raten deshalb allen Betroffenen zu einer humangenetischen Beratung. Findet sich eine Genveränderung, können Angehörige früh mit Vorsorgeuntersuchungen beginnen. Diese Zeichen machen eine erbliche Form wahrscheinlicher:

  • Ein Tumor vor dem 40. Lebensjahr
  • Mehr als ein Paragangliom oder Tumoren auf beiden Seiten
  • Paragangliome oder Phäochromozytome in der Familie
Sicherheit

Risiken und Komplikationen der Behandlung

Jede Behandlung am Foramen jugulare birgt ein gewisses Risiko für die Nerven von Stimme und Schlucken.

  • Neue Schwäche der Nerven für Schlucken, Stimme oder Schulter
  • Gesichtsschwäche, oft vorübergehend, wenn der Chirurg den Gesichtsnerv verlagert
  • Hörverlust auf der operierten Seite
  • Austritt von Nervenwasser (Liquorleck), Infektion oder Blutung
  • Erneutes Wachstum eines verbliebenen Tumorrests

Bleibt das Gesicht schwach, können Verfahren der Behandlung einer Gesichtslähmung helfen, etwa eine Nervenrekonstruktion. Die Radiochirurgie kommt dagegen ohne Schnitt aus, kann die Nerven aber über Monate langsam beeinträchtigen. Es gelten dieselben Sicherheitsprinzipien wie bei jeder modernen Hirntumorbehandlung.

Patienten aus dem Ausland

Anreise nach Istanbul aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Planen Sie bei einem Glomustumor Zeit für Untersuchungen, die Erholung des Schluckens und einen sicheren Rückflug ein. Von vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge nach Istanbul.

Aufenthalt und Rückflug

Rechnen Sie Beratung, Untersuchungen, eventuell eine Embolisation, die Operation und die Tage im Krankenhaus zusammen. Brauchen Schlucken oder Stimme Unterstützung, dauert der Aufenthalt länger. Den Rückflug legt Ihr Chirurg nach einer Kontrolle fest; Flugempfehlungen nennen nach einem Eingriff am Schädel etwa 7 Tage.

Einreise, Versicherung und Nachsorge zu Hause

Welche Einreisebestimmungen für die Türkei gelten, hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit ab. Prüfen Sie die aktuellen Regeln für Ihren Reisepass vor der Reise. Klären Sie vor der Reise mit Ihrer Krankenkasse oder Versicherung, ob und in welchem Umfang Kosten einer Behandlung im Ausland übernommen werden.

Nehmen Sie den Entlassungsbericht (Arztbrief), den feingeweblichen Befund und Ihre Bilder auf CD oder USB-Stick mit. Zu Hause übernehmen Hausarzt, HNO-Arzt oder Neurologe die Kontrollen, eine Logopädin oder ein Logopäde die Stimm- und Schlucktherapie.

Wann Sie wieder Auto fahren dürfen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt; es gelten die Regeln Ihres Heimatlandes. Mehr dazu im Ratgeber zur Gehirnoperation in der Türkei: Einreise und Visum, Unterlagen und Versicherung, Checkliste vor der Reise.

Ihr Behandlungsweg

Von der Diagnose bis zur Erholung

Die Behandlung folgt vier Schritten, von der Diagnose bis zum Alltag.

  1. 01 Diagnose
  2. 02 Planung
  3. 03 Behandlung
  4. 04 Erholung
SCHRITT 01

Diagnose: Was ist es, und wie weit reicht es?

Die Diagnose beginnt mit einer Ohruntersuchung und einem Hörtest. Danach zeigt die Bildgebung die Größe des Tumors und die Gefäße um ihn herum.

  • CT des Felsenbeins zeigt, wie stark der Knochen um das Foramen jugulare angegriffen ist.
  • MRT mit Kontrastmittel zeigt das Weichgewebe und eine Ausbreitung in den Schädel.
  • Angiographie stellt die Blutversorgung dar und bereitet die Embolisation vor.
  • Kehlkopfspiegelung und Schluckuntersuchung halten die Funktion der Nerven fest.

Eine Nadelbiopsie vermeiden Ärzte meist, weil der Tumor leicht blutet. Das typische Bild in MRT und CT weist auf die Diagnose hin, das entfernte Gewebe bestätigt sie.

Braucht ein Glomus-jugulare-Tumor eine Biopsie?

Vor der Behandlung meist nicht. Das Muster in MRT und CT ist typisch, und eine Biopsie könnte zudem eine starke Blutung auslösen.

SCHRITT 02

Planung: Entfernung und Nervenfunktion abwägen

Zuerst vergleicht das Team die Fisch-Klasse mit der Funktion Ihrer Nerven. Schlucken Sie zum Beispiel noch gut, lassen Chirurgen eventuell einen kleinen Rest für die Radiochirurgie stehen.

  • Embolisation einige Tage vor der Operation bei größeren Tumoren
  • Alpha- und Betablocker zuerst, wenn der Tumor Hormone abgibt
  • Nervenmonitoring für den Gesichtsnerv und die unteren Hirnnerven
Ist die vollständige Entfernung immer das Ziel?

Nicht immer. Umschließt der Tumor noch funktionierende Nerven, schützt eine Teilentfernung mit Radiochirurgie sie oft besser. Dieser kombinierte Weg kann auch manche schweren Komplikationen einer radikalen Operation vermeiden.

SCHRITT 03

Behandlung: Operation, Radiochirurgie oder beides

Die offene Operation entfernt den Tumor durch den Knochen hinter und unter dem Ohr. Der Chirurg arbeitet dabei durchgehend unter dem Mikroskop und mit Nervenmonitoring.

  • Der Chirurg verlagert eventuell den Gesichtsnerv oder lässt ihn, wenn möglich, in seinem Knochenkanal.
  • Er verschließt die Drosselvene, weil der Tumor sie ausfüllt.
  • Ein Fetttransplantat füllt anschließend den Hohlraum und dichtet ihn ab.
  • Die Radiochirurgie arbeitet dagegen mit gebündelten Strahlen in einer oder wenigen Sitzungen.
Ist die Radiochirurgie schmerzhaft?

Nein. Die Strahlen selbst verursachen keine Schmerzen. Manche Patienten haben danach ein oder zwei Tage leichte Kopfschmerzen oder Übelkeit.

SCHRITT 04

Erholung und Rehabilitation

Nach der offenen Operation stehen in den ersten Tagen Atmung, Schlucken und Wundpflege im Mittelpunkt. Vor den ersten Mahlzeiten prüft das Team dann das Schlucken.

  • Stimm- und Schlucktherapie, wenn ein Nerv geschwächt ist
  • Augenpflege und Physiotherapie bei Schwäche von Gesicht oder Schulter
  • MRT nach einigen Monaten, danach über Jahre in größeren Abständen
Kommt mein Gehör nach der Operation zurück?

Das hängt von der Ursache des Hörverlusts ab. Hat der Tumor im Mittelohr den Schall blockiert, bessert sich das Hören manchmal, ein Nervenschaden bleibt dagegen meist. In vielen Fällen hilft außerdem ein Hörgerät.

Wann kann ich nach der Operation eines Glomus-jugulare-Tumors nach Hause fliegen?

Das entscheidet Ihr Chirurg nach den Kontrollen. In der Regel fliegen Patienten, sobald sie sicher schlucken, die Wunde gut heilt und ihr Zustand stabil ist.

Ihr Chirurg

Operation eines Glomus-jugulare-Tumors in Istanbul

Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak, Neurochirurg für die Operation von Glomus-jugulare-Tumoren in Istanbul

Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak

Neurochirurg · Hirntumor- und Schädelbasischirurgie

Bei dieser Operation liegen die Nerven für Hören, Stimme und Schlucken direkt am Tumor. Der Plan wägt daher Entfernung und Nervenfunktion ab, oft zusammen mit Radiochirurgie.

Prof. Albayrak ist Professor für Neurochirurgie in Istanbul. Medizin studierte er an der Marmara-Universität (1998), die Facharztausbildung Neurochirurgie absolvierte er an der Universität Istanbul (2004). Klinische Fellowships folgten an der Universität Helsinki (2006-2007) und an der Harvard Medical School, Brigham and Women's Hospital (2007-2008).

Er besitzt das ECFMG- und das EANS-Zertifikat. Die Beratung findet auf Englisch oder Türkisch statt. Bitte organisieren Sie bei Bedarf vorab einen Dolmetscher.

Die Operation findet in einem Krankenhaus in Istanbul statt; welches, wird in der Beratung festgelegt. Praxis: Terrace Fulya Center, Hakkı Yeten Cad. No: 11, D:13, Teşvikiye, Şişli, Istanbul.

27+Jahre
5.000+Operationen
64Länder
33Publikationen

Angaben aus dem Berufsprofil von Prof. Albayrak, September 2026. Siehe seine vollständige Publikationsliste.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Glomus-jugulare-Tumor

Ist ein Glomus-jugulare-Tumor Krebs?

Fast nie: Nach veröffentlichten Daten streuen nur etwa 4 % in andere Organe. Beim Wachsen kann der Tumor aber benachbarte Nerven schädigen.

Ist ein Glomus-jugulare-Tumor ein Hirntumor?

Streng genommen nicht. Er entsteht im Knochen der Schädelbasis und liegt damit außerhalb des Gehirns. Große Tumoren können aber in den Schädel hineinwachsen.

Ist der Glomustumor am Ohr dasselbe wie der Glomustumor am Finger?

Nein. Der Glomustumor am Finger oder unter dem Nagel ist ein kleiner, oft schmerzhafter Tumor der Haut. Er entsteht aus anderen Zellen und wird meist von Hand- oder Hautchirurgen entfernt.

Wie ist die Lebenserwartung mit einem Glomus-jugulare-Tumor?

Die meisten Patienten haben eine normale oder fast normale Lebenserwartung. Nach veröffentlichten Daten leben 94 % der Behandelten auch 20 Jahre nach der Therapie.

Kann ein Glomus-jugulare-Tumor zurückkommen?

Das ist möglich, vor allem wenn Gewebe an Nerven oder Gefäßen verbleibt. Die MRT-Kontrollen laufen deshalb über Jahre, und die Radiochirurgie kann ein erneutes Wachstum behandeln.

Welcher Arzt behandelt einen Glomus-jugulare-Tumor?

Ein Neurochirurg mit Schwerpunkt Schädelbasis leitet das Team, gemeinsam mit einem Ohrchirurgen und einem Strahlentherapeuten. In Istanbul behandelt Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak diese Tumoren.

Wissenschaftliche Publikationen von Prof. Albayrak

Prof. Albayrak ist Erstautor dieses Buchkapitels und dieses Fachartikels zur Hirntumorchirurgie. Die Links führen zu PubMed oder zum Verlag (auf Englisch). Die vollständige Liste seiner 33 Publikationen steht in seinem Profil.

  1. The Origin of MeningiomasMeningiomas (Elsevier), 2010 · Buchkapitel, Erstautor
  2. Intra-operative magnetic resonance imaging in neurosurgeryActa Neurochirurgica, 2004 · Erstautor

Offizielle Informationen (teilweise auf Englisch)

Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Diagnose und Therapieentscheidung erfordern eine persönliche Untersuchung durch Ihren Arzt.

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026. Redaktion: Praxis von Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak, [email protected].

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