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Was ist eine Wachkraniotomie?
Eine Wachkraniotomie ist eine Hirnoperation, bei der Sie für einen Teil der Operation aufwachen. Während Sie sprechen oder sich bewegen, testet der Chirurg das Gehirn um den Tumor. So zeigt sich, welche Areale Sprache oder Bewegung steuern, und der Chirurg kann sie schützen.
Wach sind Sie allerdings nicht während der ganzen Operation. Meist schlafen Sie unter Sedierung, während der Chirurg den Schädel öffnet. Dann wachen Sie für die Kartierung auf und schlafen zum Verschluss wieder ein.
Das Gehirn selbst spürt keinen Schmerz, denn es hat keine Schmerzrezeptoren. Ein örtliches Betäubungsmittel macht zudem die Kopfhaut taub. Die meisten Menschen beschreiben die Wachphase deshalb als anstrengend, nicht als schmerzhaft.
Wachkraniotomie auf einen Blick
- HauptzielSo viel Tumor wie sicher möglich entfernen, Sprache und Bewegung bleiben erhalten
- Für wenTumoren neben Sprach-, Bewegungs- oder Sehzentren
- NarkoseSchlafen, wach für die Kartierung, dann wieder schlafen
- WachphaseOft 15-45 Minuten mit einfachen Aufgaben
- Gesamte OperationMeist 4-8 Stunden
- KrankenhausOft 2-5 Tage
Wo stehen Sie bei Ihrer Entscheidung?
Wählen Sie die Zeile, die am ehesten zu Ihnen passt. Jede führt zum passenden Teil dieses Ratgebers.
- 01Ihr Chirurg hat eine Wach-OP vorgeschlagenFür wen sie passt und für wen nicht
- 02Sie haben Angst vor Schmerzen oder PanikWas Sie spüren und was das Team tut
- 03Sie möchten wissen, wie der Tag abläuftDie drei Phasen und die Aufgaben der Kartierung
- 04Wach oder in Vollnarkose: Was passt zu Ihnen?Beide Wege im Vergleich
- 05Sie möchten mehr über Risiken und Erholung wissenKrankenhausaufenthalt, Müdigkeit und die ersten Wochen
- 06Sie planen die Operation aus dem AuslandSprache, Aufenthaltsdauer und Flüge
Warum bleiben Patienten bei einer Hirnoperation wach?
Jede Tumoroperation wägt zwei Ziele ab. Das erste ist, so viel Tumor wie möglich zu entfernen. Das zweite ist, die Funktionen zu erhalten, die Ihren Alltag ausmachen, etwa Sprache, Bewegung und Sehen.
Eine MRT zeigt die Anatomie sehr gut. Sprach- und Bewegungsareale liegen jedoch bei jedem Menschen etwas anders. Ein Tumor kann sie zudem einige Zentimeter von der Stelle wegdrücken, an der sie im Lehrbuch liegen.
Der Chirurg fragt deshalb das Gehirn direkt. Während Sie wach sind, berührt ein winziger elektrischer Strom kleine Punkte der Hirnoberfläche. Stockt Ihre Sprache oder zuckt Ihre Hand, bleibt dieser Punkt unberührt.
Mehr Tumor entfernt, Funktion erhalten
Bei vielen Gliomen beeinflusst die entfernte Tumormenge, wie lange die Erkrankung ruhig bleibt. Zudem kann der Chirurg Ihre Sprache während der Entfernung live verfolgen. Die Operation kann so dort weitergehen, wo es sicher ist, und dort enden, wo es nicht sicher ist.
Die Kartierung im Wachzustand ist ein Werkzeug für die maximal sichere Entfernung. Den größeren Rahmen der Gliomchirurgie beschreibt unser Ratgeber zu Glioblastom und Hirnkrebs.
Für wen ist eine Wachkraniotomie geeignet?
Eine Wachkraniotomie passt zu Menschen, deren Tumor oder Läsion in oder nahe einem sogenannten eloquenten Areal liegt. Diese Areale steuern Sprache, Bewegung, Gefühl oder Sehen. Ein Tumor weit davon entfernt braucht dagegen meist keine Wachphase.
Gliome nahe Sprach- oder Bewegungsarealen
Das ist der häufigste Grund. Ein Tumor im linken Stirnlappen kann zum Beispiel direkt neben dem Broca-Sprachzentrum liegen.
Niedriggradige Gliome wachsen zudem oft in funktionierendes Hirngewebe hinein, die Kartierung hilft dann, die Grenze zu finden. Unsere Seiten zum Astrozytom und zum Frontallappentumor beschreiben diese Tumoren.
Insuläre Gliome
Die Insel (Insula) liegt tief, unter den Sprach- und Bewegungsarealen. Bei Tumoren dort planen Chirurgen deshalb oft eine Kartierung im Wachzustand, vor allem auf der linken Seite. Unser Ratgeber zum insulären Gliom erklärt diesen Tumor ausführlich.
Metastasen, Meningeome und Gefäßfehlbildungen
Auch eine Hirnmetastase oder ein Meningeom nahe einem eloquenten Areal kann eine Kartierung brauchen. Das gilt auch für manche Kavernome und arteriovenöse Malformationen (AVM). In der Epilepsiechirurgie hilft die Kartierung schließlich, den Anfallsherd nahe funktionierendem Gewebe zu finden.
Für wen eine Wach-OP weniger geeignet ist
- Menschen mit starker Angst oder Platzangst
- Gedächtnis- oder Denkstörungen, die die Zusammenarbeit erschweren
- Schwerer Sprachverlust (Aphasie), bei dem die Aufgaben nicht funktionieren
- Ein Tumor weit weg von eloquenten Arealen, bei dem eine Vollnarkose genügt
- Alle, die sich dafür noch nicht bereit fühlen
Die endgültige Entscheidung trifft Ihr Chirurg nach einer Untersuchung. Funktionelle MRT und DTI-Traktographie helfen dann, sie abzusichern.
Fragen in dieser Phase
Ist eine Wach-OP am Gehirn häufig?
Ja, in Zentren, die Gliome nahe Sprachzentren behandeln, ist sie eine Standardtechnik. Die meisten Hirntumoroperationen finden aber in Vollnarkose statt. Die Wach-OP bleibt deshalb ein Werkzeug für bestimmte Tumoren, keine Routine.
Können Kinder eine Wachkraniotomie bekommen?
Manchmal, bei älteren Kindern und Jugendlichen, die Aufgaben ruhig folgen können. Jüngere Kinder werden meist in Vollnarkose mit Neuromonitoring operiert. Zur Behandlung von Kindern lesen Sie unseren Ratgeber zu Hirntumoren bei Kindern.
Wann Sie zum Arzt sollten und wann in die Notaufnahme
Ein neues Sprach- oder Bewegungsproblem braucht bald eine fachärztliche Abklärung. Einige Zeichen erfordern jedoch sofort Notfallhilfe, vor und nach der Operation.
Vereinbaren Sie einen Facharzttermin bei:
- Wortfindungsstörungen, die immer stärker werden
- Langsam zunehmender Schwäche oder Ungeschicklichkeit einer Hand oder eines Beins
- Einem ersten Krampfanfall, auch wenn Sie sich danach gut fühlen
- Einem Befund, der einen Tumor nahe Sprach- oder Bewegungsarealen nennt
Holen Sie sofort Notfallhilfe bei:
- Einem Krampfanfall, der länger als fünf Minuten dauert, oder wiederholten Anfällen
- Plötzlichem Sprachverlust oder plötzlicher Schwäche einer Körperseite
- Starken Kopfschmerzen mit Erbrechen oder Benommenheit
- Nach der Operation: Fieber, einer nässenden Wunde oder zunehmender Verwirrtheit
Im Notfall rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
So bereiten Sie sich auf eine Wachkraniotomie vor
Die Vorbereitung geht bei einer Wach-OP weiter als bei einer üblichen Operation. Zuerst kommen spezielle Bilder, dann eine Probe mit dem Team.
Kartierung des Gehirns vor der Operation
Die funktionelle MRT (fMRT) zeigt, welche Areale aktiv werden, wenn Sie sprechen oder sich bewegen. Die DTI-Traktographie zeichnet dann die Nervenbahnen tief im Gehirn. Zusammen zeigen sie, ob der Tumor diese Bahnen verdrängt oder in sie hineinwächst.
Diese Bilder zeigen auch, ob Sie die Wachphase überhaupt brauchen. Liegt der Tumor weit genug von eloquenten Arealen entfernt, wählt das Team stattdessen eine übliche Operation.
Das Team kennenlernen und die Aufgaben üben
Einige Tage vor der Operation lernen Sie den Chirurgen und den Anästhesisten kennen. Manchmal kommt auch ein Logopäde dazu. Gemeinsam üben Sie die Aufgaben, etwa Bilder benennen, zählen und eine Hand drücken.
Zu wissen, was geschieht, senkt die Angst vor allem deutlich. Bringen Sie deshalb alle Fragen zu diesem Treffen mit, und bitten Sie einen Angehörigen, Sie zu begleiten.
Ablauf der Wachkraniotomie Schritt für Schritt
Die meisten Teams arbeiten nach dem Schema schlafen, wach, schlafen. So schlafen Sie in den unangenehmen Phasen und wachen nur für die Kartierung auf.
Phase 1: Öffnung unter Sedierung
Zuerst legt das Team einen Zugang und bringt Sie in eine bequeme Lage. Eine Halterung fixiert dann Ihren Kopf. Danach betäubt ein örtliches Betäubungsmittel die Kopfhaut, und eine leichte Sedierung lässt Sie schlafen, während der Chirurg den Schädel öffnet.
Phase 2: Aufwachen und Kartierung
Liegt die Hirnoberfläche frei, verringert der Anästhesist die Sedierung. Wenn Sie die Augen öffnen, bleibt ein Teammitglied direkt neben Ihnen. Dann berührt der Chirurg das Gehirn mit einem sehr schwachen Strom, während Sie einfache Aufgaben lösen.
Phase 3: Tumorentfernung und Verschluss
Danach entfernt der Chirurg den Tumor unter dem Mikroskop. Für einen Teil davon bleiben Sie manchmal wach, damit das Team Sprache oder Hand weiter prüfen kann. Wird Ihre Sprache langsamer oder ein Arm oder Bein taub, hört der Chirurg an dieser Stelle auf.
Zum Schluss wird die Sedierung wieder tiefer. Der Chirurg setzt dann den Knochendeckel wieder ein und verschließt die Haut.
Wie lange dauert eine Wachkraniotomie?
Die gesamte Operation dauert meist 4-8 Stunden, je nach Größe und Lage des Tumors. Wach sind Sie jedoch nur einen Teil dieser Zeit. Die Kartierung selbst dauert oft 15-45 Minuten.
Erinnert man sich daran, bei der Hirn-OP wach gewesen zu sein?
Viele Menschen erinnern sich an Teile der Wachphase, etwa an die Aufgaben und die Stimmen des Teams. Andere wissen wegen der Sedierung davor und danach kaum etwas. Die meisten beschreiben die Erinnerung als ruhig, nicht als beängstigend.
Was Sie während der Hirnkartierung tun
Die Aufgaben hängen davon ab, wo der Tumor liegt. Sie bleiben einfach, und Sie haben sie vor der Operation geübt.
| Areal nahe dem Tumor | Ihre Aufgabe | Worauf das Team achtet |
|---|---|---|
| Sprache | Bilder benennen, Sätze beenden, laut zählen | Eine Pause, ein falsches Wort oder ein stockender Satz |
| Bewegung (motorischer Kortex) | Eine Hand drücken, Finger oder Fuß bewegen | Ein Zucken, Schwäche oder ein Stopp der Bewegung |
| Gefühl (sensibler Kortex) | Kribbeln oder Taubheit melden | Wo am Körper das Gefühl auftritt |
| Gedächtnis | Namen, Daten oder Wörter abrufen | Lücken beim Erinnern |
| Sehen | Auf Bilder in Teilen des Gesichtsfelds reagieren | Fehlende Teile des Gesichtsfelds |
Es gibt keine falschen Antworten
Können Sie während der Kartierung ein Bild nicht benennen, ist das kein Grund zur Sorge. Genau diese Pause sucht das Team. Sie markiert eine Stelle, die geschützt werden muss, deshalb liefert jeder „Fehler“ wertvolle Information.
In welcher Sprache spreche ich während der Kartierung?
In der Sprache, die Sie am sichersten sprechen, denn die Kartierung prüft Ihr eigenes Sprachnetzwerk. Sagen Sie dem Team deshalb früh, welche Sprachen Sie sprechen. Die Beratung findet auf Englisch oder Türkisch statt; bitte organisieren Sie bei Bedarf vorab einen Dolmetscher.
Ist eine Wach-OP am Gehirn schmerzhaft?
Nein, bei den meisten Menschen tut die Wachphase nicht weh. Hirngewebe hat keine Schmerzrezeptoren. Kopfhaut und Schädel spüren zwar Schmerz, ein örtliches Betäubungsmittel macht sie aber vollständig taub.
Am meisten bemerken Menschen stattdessen das lange Stillliegen. Manche spüren auch einen trockenen Mund, Kälte oder einen steifen Nacken. Das Team hält Sie deshalb warm, ändert Ihre Lage, wo es möglich ist, und spricht die ganze Zeit mit Ihnen.
Wenn Sie Angst haben
Angst vor einer Wach-OP ist ganz normal. Eine Probe, ein klarer Plan und eine vertraute Stimme neben Ihnen helfen. Der Anästhesist kann außerdem die Medikamente jederzeit anpassen.
Was passiert, wenn ich bei der Wach-OP in Panik gerate?
Sagen Sie es dem Team sofort, denn jemand bleibt die ganze Zeit neben Ihnen. Das Team kann pausieren, Sie beruhigen und die Sedierung anpassen. Bei Bedarf wechselt es zur Vollnarkose und beendet die Operation sicher.
Wie fühlt sich eine Wach-OP am Gehirn an?
Die meisten Menschen beschreiben Druck, Vibration und Geräusche statt Schmerz. Sie hören vielleicht das Team und die Geräte um sich herum. Während der Kartierung kann nach einer Stimulation kurz ein Kribbeln oder Zucken auftreten, das sofort wieder aufhört.
Wach-OP oder Operation in Vollnarkose?
Nicht jeder Tumor braucht eine Wachphase. In Vollnarkose kann das Neuromonitoring die Bewegungsbahnen trotzdem überwachen. Die Sprache kann es aber nicht testen, deshalb brauchen Sprachareale einen wachen Patienten.
| Verfahren | Was es schützen kann | Für wen es passt | Grenze |
|---|---|---|---|
| Wachkraniotomie mit Kartierung | Sprache, Bewegung, Gefühl, teils Gedächtnis und Sehen | Tumoren in oder nahe Sprachzentren; manche Tumoren im Bewegungsareal | Braucht einen ruhigen Patienten, der Aufgaben folgen kann |
| Kraniotomie in Vollnarkose mit Neuromonitoring | Bewegungsbahnen, teils Gefühlsbahnen | Tumoren im Bewegungsareal; Kinder; Menschen, die die Aufgaben nicht lösen können | Kann Sprache nicht testen |
| Übliche Kraniotomie | Geführt von Navigation und Bildgebung | Tumoren weit weg von eloquenten Arealen | Kein Live-Test der Funktion |
| Nur Biopsie | Entnimmt eine kleine Probe mit geringem Risiko für die Funktion | Tiefe oder ausgedehnte Tumoren, die sich nicht sicher entfernen lassen | Der Tumor bleibt an Ort und Stelle |
Die Kartierung im Wachzustand hilft außerdem bei mancher Epilepsiechirurgie. Bei der Tiefen Hirnstimulation (THS) wegen Parkinson-Krankheit oder Tremor unterstützt sie das Platzieren der Elektroden. Diese Operationen folgen eigenen Plänen.
Ist eine Wach-OP sicherer als eine Operation in Vollnarkose?
Bei Tumoren nahe Sprachzentren senkt die Kartierung im Wachzustand meist das Risiko eines bleibenden Sprachverlusts. Bei Tumoren weit weg davon bringt sie jedoch wenig. Die sicherere Wahl hängt deshalb davon ab, wo Ihr Tumor liegt.
Risiken und Komplikationen der Wachkraniotomie
Wie jede Hirnoperation hat auch die Wachkraniotomie echte Risiken. Ihr Chirurg sollte jedes davon für Ihren Tumor und Ihre Gesundheit erklären.
- Krampfanfälle während der Kartierung: das häufigste Ereignis; kalte Kochsalzlösung auf dem Gehirn oder ein Medikament stoppt sie meist rasch
- Vorübergehende Veränderungen: Wortfindungsstörungen, Schwäche oder Taubheit, die sich oft über Tage bis Wochen bessern
- Bleibendes Defizit: möglich, auch wenn die Kartierung dieses Risiko niedrig halten soll
- Wachphase nicht durchführbar: Das Team wechselt zur Vollnarkose und macht weiter
- Allgemeine Operationsrisiken: Blutung, Infektion, Hirnschwellung und Blutgerinnsel
Wie hoch sind die Erfolgsaussichten einer Wachkraniotomie?
Eine Zahl für alle gibt es nicht, denn die Ergebnisse hängen von Art, Lage und Größe des Tumors ab. Auch Alter und Gesundheit spielen eine Rolle. Allgemein erlaubt die Kartierung im Wachzustand, nahe Sprachzentren mehr Tumor zu entfernen und bei den meisten Menschen die Funktion zu erhalten.
Erholung nach einer Wachkraniotomie
Nach der Operation verbringen die meisten Menschen die erste Nacht auf der Intensivstation und gehen nach wenigen Tagen nach Hause. Die Müdigkeit hält jedoch oft Wochen an. Planen Sie deshalb eine langsame Rückkehr in den Alltag.
| Phase | Was geschieht | Ihr Beitrag |
|---|---|---|
| Erste Nacht | Intensivstation; regelmäßige Prüfung von Sprache und Bewegung | Ruhen und jede neue Veränderung melden |
| Tag 1-3 | Eine MRT zeigt, wie viel Tumor entfernt wurde | Kurze Spaziergänge mit Hilfe |
| Tag 2-5 | Entlassung bei den meisten Menschen | Einfache Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen |
| Woche 1-6 | Wundheilung; die Müdigkeit lässt langsam nach | Tägliche Spaziergänge, nicht Auto fahren, nichts Schweres heben |
| Nach dem feingeweblichen Befund | Das neuroonkologische Team plant Bestrahlung, Chemotherapie oder Kontrollen | Alle Kontrolltermine und Bilder wahrnehmen |
Sprach- und Physiotherapie
Fühlen sich Sprache oder eine Hand nach der Operation schwächer an, hilft meist eine Therapie. Ein Logopäde oder ein Physiotherapeut beginnt dann früh mit der Arbeit. Viele vorübergehende Veränderungen bessern sich in den folgenden Wochen.
Autofahren nach der Operation
Die Regeln für das Autofahren nach einer Hirnoperation hängen von Land und Tumorart ab. Wann Sie wieder Auto fahren dürfen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt; es gelten die Regeln Ihres Heimatlandes.
Bleibt nach einer Wach-OP eine Narbe?
Ja, eine Narbe auf der Kopfhaut, die das nachwachsende Haar meist verdeckt. Meist rasiert das Team nur einen schmalen Streifen. Die Narbe verblasst dann über Monate.
Anreise nach Istanbul aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Die meisten Tumoren, die sich für eine Wach-OP eignen, erlauben eine kurze Planungszeit. Bilder, Probe und Operation passen deshalb oft in einen Besuch.
Sprache und Probe der Aufgaben
Die Beratung findet auf Englisch oder Türkisch statt. Bitte organisieren Sie bei Bedarf vorab einen Dolmetscher.
Für die Kartierung zählt dagegen die Sprache, die Sie am sichersten sprechen. Besprechen Sie deshalb schon beim ersten Kontakt, wie die Aufgaben in dieser Sprache vorbereitet werden.
Wie lange Sie in Istanbul bleiben
Rechnen Sie zuerst Beratung, eventuell neue Bilder und die Probe. Dazu kommen die Operation und einige Tage im Krankenhaus.
Bleiben Sie nach der Entlassung für die Wundkontrolle in der Nähe. Viele Menschen planen so insgesamt etwa zwei Wochen ein.
Wann Sie zurückfliegen können
Von vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge nach Istanbul. Nach einer Hirnoperation nennen veröffentlichte Flugempfehlungen etwa 7 Tage ohne Flug, weil Luft im Schädel bleiben kann. Ihr Chirurg bestätigt den Termin nach der Kontrolle.
Fliegen kurz nach einer Operation erhöht zudem das Risiko für Blutgerinnsel.
Nachsorge zu Hause
Nehmen Sie vor der Abreise den Entlassungsbericht (Arztbrief), den Operationsbericht und Ihre Bilder auf CD oder USB-Stick mit. Geben Sie alles Ihrem neuroonkologischen Team und Ihrem Hausarzt zu Hause. Mit dem feingeweblichen Befund planen sie die nächsten Schritte.
Einreise und Versicherung
Welche Einreisebestimmungen für die Türkei gelten, hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit ab. Prüfen Sie die aktuellen Regeln für Ihren Reisepass vor der Reise. Klären Sie vor der Reise mit Ihrer Krankenkasse oder Versicherung, ob und in welchem Umfang Kosten einer Behandlung im Ausland übernommen werden.
Mehr im Ratgeber zur Gehirnoperation in der Türkei: Einreise, Unterlagen, Aufenthalt und Flüge sowie die Checkliste vor der Reise.
Ihre Behandlung in Istanbul
Von der ersten Nachricht bis zum Rückflug
Die Behandlung in Istanbul folgt vier klaren Schritten. Jeder beantwortet eine praktische Frage zu Ihrer Reise.
SCHRITT 01
Termin anfragen
Nutzen Sie das Formular auf dieser Seite, WhatsApp oder rufen Sie +90 532 308 9772 an. Nennen Sie dann Diagnose, Land, Ihre Sprachen und Reisedaten.
Sie können uns auf Englisch oder Türkisch schreiben. Das Team vereinbart dann mit Ihnen den Beratungstermin.
SCHRITT 02
Beratung, Bilder und Probe
Zuerst untersucht Prof. Albayrak Sie in seiner Praxis in Teşvikiye und geht Ihre MRT mit Ihnen durch. Funktionelle MRT und DTI können in Istanbul folgen. Passt eine Wach-OP zu Ihnen, übt das Team die Aufgaben dann mit Ihnen.
Sinnvolle Fragen sind zum Beispiel:
- Warum empfehlen Sie für meinen Tumor die Wachphase?
- Welche Aufgaben mache ich, und in welcher Sprache?
- Was passiert, wenn ich die Wachphase nicht durchhalte?
Was sollte ich zur Beratung mitbringen?
Bringen Sie alle MRT- und CT-Bilder auf CD oder USB-Stick mit, dazu die schriftlichen Befunde. Nehmen Sie auch Biopsie- oder Pathologiebefunde, Angaben zu früheren Krampfanfällen und eine Medikamentenliste mit.
SCHRITT 03
Operation und Klinikaufenthalt
Die Operation findet in einem Krankenhaus in Istanbul statt; welches, wird in der Beratung festgelegt. Dort erfahren Sie auch die voraussichtliche Aufenthaltsdauer.
Ein Angehöriger oder eine Begleitperson kann meist bei Ihnen bleiben.
SCHRITT 04
Erholung, Flugtauglichkeit und Nachsorge
Nach der Entlassung erholen Sie sich in einem nahen Hotel. Vor dem Flug kontrolliert Ihr Chirurg dann die Wunde und bestätigt, dass Sie fliegen dürfen.
Suchen Sie zu Hause sofort Hilfe bei einem Krampfanfall, Fieber, einer nässenden Wunde oder neuer Schwäche.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Viele Menschen mit Bürotätigkeit kehren nach 4-8 Wochen zurück. Körperliche Arbeit oder Arbeit nach einer Bestrahlung kann länger dauern. Planen Sie den Termin deshalb mit Ihrem Chirurgen und Ihrem Onkologie-Team.
Ihr Neurochirurg für die Wachkraniotomie in Istanbul
Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak
Neurochirurg · Professor für Neurochirurgie
Prof. Albayrak nutzt die Kartierung im Wachzustand bei Tumoren nahe Sprach- und Bewegungsarealen. Er plant sie mit funktioneller MRT und DTI und ergänzt während der Operation das Neuromonitoring. Vor dem Operationstag übt sein Team die Aufgaben mit Ihnen.
Er ist Professor für Neurochirurgie in Istanbul. Medizin studierte er an der Marmara-Universität (1998), die Facharztausbildung Neurochirurgie absolvierte er an der Universität Istanbul (2004).
Klinische Fellowships folgten an der Universität Helsinki (2006-2007) und an der Harvard Medical School, Brigham and Women's Hospital (2007-2008). Er besitzt das ECFMG- und das EANS-Zertifikat.
Die Beratung findet auf Englisch oder Türkisch statt. Bitte organisieren Sie bei Bedarf vorab einen Dolmetscher.
Praxis: Terrace Fulya Center, Hakkı Yeten Cad. No: 11, D:13, Teşvikiye, Şişli, Istanbul.
27+Jahre
5.000+Operationen
64Länder
33Publikationen
Angaben aus dem Berufsprofil von Prof. Albayrak, September 2026. Siehe seine vollständige Publikationsliste.
Termin vereinbarenHäufige Fragen zur Wachkraniotomie
Ist man bei einer Hirn-OP wach?
Bei einer Wachkraniotomie ja, für einen Teil der Operation. Sie schlafen beim Öffnen und beim Verschluss und wachen für die Kartierung auf. Ein örtliches Betäubungsmittel macht die Kopfhaut taub, und das Gehirn selbst spürt keinen Schmerz.
Welche Tumoren brauchen eine Wach-OP?
Vor allem Gliome in oder nahe Sprach- und Bewegungsarealen, darunter viele insuläre und linksseitige Stirnlappentumoren. Auch manche Metastasen, Meningeome und Gefäßfehlbildungen nahe diesen Arealen können sie brauchen.
Mein Chirurg sagt, mein Tumor lässt sich nicht vollständig entfernen. Ändert eine Wach-OP das?
Manchmal ja, denn die Kartierung kann zeigen, dass sich ein Teil nahe Sprach- oder Bewegungsarealen doch sicher entfernen lässt. In anderen Fällen bestätigt sie jedoch die Grenze. Eine fachärztliche Beurteilung mit funktionellen Bildern hilft Ihnen deshalb bei der Entscheidung.
Wovon hängen die Kosten einer Wachkraniotomie in der Türkei ab?
Von den Bildern, der Dauer der Operation, dem Krankenhausaufenthalt und einer eventuellen Intensivbehandlung. Fragen Sie deshalb in der Beratung nach den Kosten Ihres Plans; mehr im Ratgeber zu den Kosten.
Wissenschaftliche Publikationen von Prof. Albayrak
Prof. Albayrak hat keine Arbeit speziell zur Wachkraniotomie veröffentlicht. Die erste Arbeit gibt stattdessen einen Überblick über die MRT während der Operation, ein Werkzeug der Chirurgie niedriggradiger Gliome und der Epilepsiechirurgie. Gegenstand der zweiten sind Glioblastomzellen.
Die Links führen zu PubMed (auf Englisch); alle 33 Publikationen stehen in seinem Profil.
- Intra-operative magnetic resonance imaging in neurosurgery
- The effects of tibolone on the human primary glioblastoma multiforme cell culture and the rat C6 glioma model
Offizielle Informationen (teilweise auf Englisch)
- Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Hirntumoren: Symptome, Ursachen, Diagnose und Therapie.
- MedlinePlus, US National Library of Medicine. Brain surgery.
- National Cancer Institute. Adult Central Nervous System Tumors Treatment (PDQ), patient version.
- National Institute of Neurological Disorders and Stroke. Brain and Spinal Cord Tumors.
- NHS. Brain tumours.
- UK Civil Aviation Authority. Surgical conditions: guidance for health professionals.
- US Centers for Disease Control and Prevention. Medical tourism.
- Auswärtiges Amt. Türkei: Reise- und Sicherheitshinweise.
- Außenministerium der Republik Türkei. Visa information for foreigners.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Diagnose und Therapieentscheidung erfordern eine persönliche Untersuchung durch Ihren Arzt.
Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026. Redaktion: Praxis von Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak, [email protected].
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