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Was ist eine Operation bei Glossopharyngeusneuralgie?
Eine Operation bei Glossopharyngeusneuralgie behandelt plötzliche, stechende Schmerzen in Rachen, Zungengrund und Ohr, wenn Medikamente sie nicht mehr kontrollieren. Meist verlagert der Neurochirurg dabei eine kleine Arterie vom neunten Hirnnerv. Dieser Eingriff heißt mikrovaskuläre Dekompression (MVD).
Der Zungen-Rachen-Nerv (Nervus glossopharyngeus) leitet das Gefühl von Zungengrund, Mandelregion und einem Teil des Ohrs. Drückt eine Arterie auf ihn, kann jeder Herzschlag seine Schutzhülle abnutzen. Der Nerv erzeugt dann Schmerzsignale.
Die Glossopharyngeusneuralgie ist selten, viel seltener als die Trigeminusneuralgie, und beginnt meist jenseits der 50. Viele Betroffene gehen deshalb monatelang zum Zahnarzt und zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt), bevor jemand die Erkrankung erkennt.
Auf einen Blick
- Was sie behandeltStromschlagartige Schmerzen in Rachen, Zungengrund, Mandel und Ohr
- Typischer AuslöserSchlucken, Sprechen, Husten, Gähnen oder kalte Getränke
- Erster SchrittMedikamente gegen Nervenschmerzen aus der Gruppe der Antiepileptika
- Wichtigste OperationMikrovaskuläre Dekompression hinter dem Ohr
- Für wenSchmerzen trotz Medikamenten, mit einer Arterie am Nerv im MRT
- KrankenhausaufenthaltMeist vier bis fünf Tage, die erste Nacht auf der Intensivstation
Wo stehen Sie in Ihrer Entscheidung?
Wählen Sie die Zeile, die am ehesten zu Ihnen passt. Jede führt Sie dann zum passenden Teil dieses Ratgebers.
- 01Ich bin nicht sicher, ob es eine Glossopharyngeusneuralgie istAbgrenzung zu Trigeminusneuralgie, Eagle-Syndrom und Erkrankungen des Rachens
- 02Meine Medikamente wirken immer schwächerMedikamente, Nebenwirkungen und wann eine Operation infrage kommt
- 03Ich möchte wissen, ob eine Operation zu mir passtWas dafür und was dagegen spricht
- 04MVD, Rhizotomie oder Radiochirurgie?Alle Möglichkeiten im Vergleich
- 05Ich sorge mich um Schlucken und StimmeRisiken, Ergebnisse und der Zeitplan der Erholung
- 06Ich plane die Operation aus dem AuslandAufenthalt, Rückflug und Nachsorge zu Hause
Symptome und Auslöser der Glossopharyngeusneuralgie
Das wichtigste Zeichen ist ein einseitiger, stechender Schmerz tief im Hals, den das Schlucken auslöst. Zwischen den Attacken verschwindet der Schmerz jedoch vollständig.
Attacken wie ein Stromschlag
Betroffene beschreiben den Schmerz wie einen elektrischen Schlag oder ein Messer im Hals. Jede Attacke dauert wenige Sekunden bis zwei Minuten. Die Attacken können aber Dutzende Male am Tag wiederkehren, und manche wecken Sie nachts.
Schmerz, der ins Ohr zieht
Oft strahlt der Schmerz ins Ohr aus, unter den Kieferwinkel oder den Hals hinab. Viele Menschen gehen deshalb zuerst zum Ohrenarzt. Selten schmerzen beide Seiten, meist im Abstand von Jahren.
Auslöser im Alltag
- Schlucken, sogar des eigenen Speichels
- Kalte, saure oder sehr heiße Getränke
- Kauen, Sprechen, Singen oder Gähnen
- Husten, Niesen oder das Putzen der hinteren Zähne
Mit der Zeit bekommen viele Betroffene Angst vor dem Essen. Gewichtsverlust und zu wenig Flüssigkeit folgen, deshalb achtet Ihr Arzt schon beim ersten Termin auf die Ernährung.
Ohnmacht während einer Attacke
Der neunte Hirnnerv ist an einem Reflex beteiligt, der den Herzschlag steuert. Bei einer kleinen Gruppe verlangsamt eine schwere Attacke deshalb den Puls stark. Ärzte nennen das vagoglossopharyngeale Neuralgie, und sie braucht dringend ärztliche Hilfe.
Fragen in dieser Phase
Ist eine Glossopharyngeusneuralgie gefährlich?
Der Schmerz selbst schädigt das Gehirn nicht. Attacken mit Ohnmacht oder sehr langsamem Puls können jedoch gefährlich sein, ebenso Gewichtsverlust aus Angst vor dem Essen. Beides braucht deshalb rasch ärztliche Hilfe.
Verschwindet eine Glossopharyngeusneuralgie von selbst?
Manche Menschen haben ruhige Phasen, die Monate dauern. Drückt eine Arterie auf den Nerv, kehren die Attacken früher oder später jedoch meist zurück. Eine ruhige Phase bedeutet deshalb keine Heilung.
Schmerzen beim Schlucken und im Ohr: Wann zum Arzt?
Ein scharfer Schmerz im Hals, der bei jedem Schlucken wiederkehrt, gehört in die Hände eines Facharztes. Einige Zeichen weisen jedoch auf eine Störung des Herzrhythmus oder eine andere ernste Ursache hin.
Vereinbaren Sie einen Facharzttermin bei:
- stechenden Schmerzen in Hals oder Ohr bei jedem Schlucken
- Schmerzen, die eine Zahn- oder Halsbehandlung nicht beseitigt hat
- Medikamenten, die anfangs gewirkt haben, jetzt aber weniger helfen
- Gewichtsverlust, weil das Essen schmerzt
Gehen Sie sofort in die nächste Notaufnahme (Notruf 112) bei:
- Ohnmacht, kurzer Bewusstlosigkeit oder sehr langsamem Puls während einer Attacke
- Brustschmerzen oder Herzrasen zusammen mit den Schmerzen
- Atemnot oder wenn Sie keine Flüssigkeit mehr schlucken können
- plötzlicher Schwäche, verwaschener Sprache oder Doppelbildern
Zeichen, die rasche Untersuchungen brauchen
Schmerzen, die nie aufhören, eine heisere Stimme, ein Knoten am Hals oder schneller Gewichtsverlust passen nicht zu einer einfachen Neuralgie. Ein HNO-Arzt sollte Rachen und Kehlkopf deshalb bald untersuchen. Rachenkrebs kann ähnliche Schmerzen verursachen, und frühe Untersuchungen sind wichtig.
Glossopharyngeusneuralgie, Trigeminusneuralgie und andere Ursachen
Die Glossopharyngeusneuralgie ähnelt vielen häufigen Beschwerden an Rachen und Kiefer. Ort und Auslöser des Schmerzes trennen sie jedoch meist voneinander.
| Merkmal | Glossopharyngeusneuralgie | Trigeminusneuralgie | Eagle-Syndrom | Rachenkrebs |
|---|---|---|---|---|
| Ort | Zungengrund, Mandel, Rachen, Ohr | Wange, Kiefer, Lippen, Stirn | Seitlicher Hals, unter dem Ohr | Rachen, oft mit Ohrenschmerzen |
| Charakter | Elektrische Schläge über Sekunden | Elektrische Schläge über Sekunden | Dumpfer, eher gleichmäßiger Schmerz | Dauerhaft, über Wochen stärker |
| Auslöser | Schlucken, Sprechen, Husten | Berührung des Gesichts, Kauen, Waschen | Kopfdrehung, Schlucken | Kaum Bezug zu Auslösern |
| Nerv | Neunter Hirnnerv | Fünfter Hirnnerv | Ein verlängerter Griffelfortsatz (Processus styloideus) reizt benachbarte Nerven | Tumor in Rachen oder Zungengrund |
| Wichtigster Test | Dünnschicht-MRT, Test mit betäubendem Spray | Dünnschicht-MRT | CT des Halses | Spiegelung des Rachens, Gewebeprobe |
Andere Ursachen, die Ärzte ausschließen
Bei den meisten Menschen verursacht eine Arterie am Nerv den Schmerz. Manchmal drückt oder reizt jedoch eine andere Erkrankung den Nerv. Dann behandelt der Arzt zuerst diese Ursache:
- ein Tumor an der Schädelbasis oder nahe dem Hirnstamm
- Multiple Sklerose, vor allem wenn beide Seiten schmerzen
- Krebs im Kopf-Hals-Bereich, vor allem im Rachen
- ein verlängerter Griffelfortsatz (Eagle-Syndrom)
- Narben nach einer Mandeloperation, einer Halsoperation oder einer Strahlentherapie
Wie Ärzte die Diagnose sichern
Zuerst stützt sich die Diagnose auf Ihre Schilderung: wo der Schmerz sitzt, wie lange er dauert und was ihn auslöst. Danach folgen eine neurologische und eine HNO-Untersuchung, oft mit einer kleinen Kamera durch die Nase.
- Dünnschicht-MRT des Gehirns (Sequenz CISS oder FIESTA): zeigt die Arterie, die den Nerv berührt
- MR-Angiographie: zeigt den Verlauf dieser Arterie
- MRT mit Kontrastmittel: schließt einen Tumor oder eine Entzündung aus
- CT des Halses: misst den Griffelfortsatz bei Verdacht auf ein Eagle-Syndrom
- Betäubungstest: ein Spray betäubt die Mandelregion und stoppt den Schmerz für eine Weile
- Aufzeichnung des Herzrhythmus: wenn Sie ohnmächtig geworden sind
Ein Routine-MRT des Gehirns übersieht die Arterie oft. Prof. Albayrak fordert das Dünnschichtprotokoll deshalb ausdrücklich an. Der Radiologe stellt dann die passende Sequenz ein.
Kann man Glossopharyngeusneuralgie und Trigeminusneuralgie gleichzeitig haben?
Ja, wenn auch selten. Wangen- und Halsschmerzen treten dann auf derselben Seite auf. In diesem Fall kann der Neurochirurg beide Nerven in derselben Operation überprüfen.
Mein MRT ist unauffällig. Ist eine Glossopharyngeusneuralgie damit ausgeschlossen?
Nein. Ein Standard-MRT übersieht eine kleine Arterie am Nerv oft, die Dünnschichtsequenz zeigt sie viel deutlicher. Ein unauffälliges MRT hilft trotzdem, denn es schließt einen Tumor aus.
Therapie der Glossopharyngeusneuralgie vor einer Operation
Die Behandlung beginnt mit Medikamenten, und die meisten Menschen erreichen anfangs eine gute Kontrolle. Über die Jahre brauchen jedoch viele höhere Dosen, weil die Wirkung nachlässt.
Medikamente der ersten und zweiten Wahl
An erster Stelle stehen Medikamente gegen Nervenschmerzen aus der Gruppe der Antiepileptika. Ihr Arzt beginnt mit einer niedrigen Dosis und steigert sie schrittweise, bis die Attacken aufhören.
Hilft das nicht, folgen andere Mittel aus derselben Gruppe oder ein muskelentspannendes Medikament. Manchmal kombinieren Ärzte auch zwei Medikamente.
Nebenwirkungen, die den Plan ändern
Am häufigsten treten Schwindel, Müdigkeit, Gangunsicherheit und verschwommenes Sehen auf. Einige dieser Medikamente können zudem den Natriumwert im Blut senken, deshalb folgen regelmäßige Blutkontrollen. Bei älteren Menschen werden Stürze zu einem echten Risiko.
Medikamente dämpfen den Schmerz nur, die Arterie entfernen sie nicht. Steigen die Dosen oder nehmen die Nebenwirkungen zu, ist eine Operation deshalb eine berechtigte Frage.
Ist eine Glossopharyngeusneuralgie heilbar?
Verursacht eine Arterie den Schmerz, behandelt ihre Verlagerung die Ursache und nicht nur das Symptom. Deshalb bietet die MVD gute Aussichten auf eine dauerhafte Linderung. Medikamente kontrollieren die Attacken dagegen nur, solange Sie sie einnehmen.
Wer braucht eine Operation bei Glossopharyngeusneuralgie?
Eine Operation eignet sich für Menschen, deren Schmerzen Medikamenten widerstehen oder die ihre Nebenwirkungen nicht vertragen. Die Wahl des Eingriffs hängt dann von Alter, Allgemeinzustand und MRT ab.
| Faktor | Spricht für eine MVD | Spricht für andere Wege |
|---|---|---|
| MRT | Eine Arterie berührt den neunten Nerv deutlich | Kein Gefäßkontakt, oder ein Tumor |
| Medikamente | Hohe Dosen, nachlassende Wirkung oder Nebenwirkungen | Gute Kontrolle mit niedriger Dosis |
| Gesundheit | Eine Vollnarkose ist gut möglich | Schwere Herz- oder Lungenerkrankung |
| Ohnmacht | Attacken mit langsamem Puls; Operation früher | Keine Wirkung auf den Herzrhythmus |
| Ihr Wunsch | Sie möchten dauerhafte Linderung und den Nerv erhalten | Sie möchten eine offene Operation vermeiden |
Führen die Attacken zu Ohnmacht, zeichnet zuerst ein kardiologisches Team den Herzrhythmus auf. Ein vorübergehender Herzschrittmacher kann Sie dann schützen, bis der Schmerz unter Kontrolle ist. Bei dieser Gruppe plant Prof. Albayrak die Operation deutlich früher.
Operationen bei Glossopharyngeusneuralgie im Vergleich
Jede Möglichkeit wägt Linderung, Schnelligkeit und das Risiko für das Schlucken anders ab. Der Neurochirurg wählt deshalb nach der Ursache des Schmerzes und nach Ihrem Gesundheitszustand.
| Möglichkeit | Wie sie wirkt | Für wen | Wichtigste Grenze |
|---|---|---|---|
| Mikrovaskuläre Dekompression | Verlagert die Arterie durch ein kleines Fenster hinter dem Ohr vom Nerv | Belastbare Patienten mit einer Arterie am Nerv | Braucht eine Vollnarkose und eine Schädelöffnung |
| Durchtrennung der Nervenwurzel (offene Rhizotomie) | Durchtrennt die Schmerzfasern des neunten Nervs und obere Wurzelfäden des Vagusnervs | Bei der Operation findet sich kein drückendes Gefäß | Bleibende Taubheit; Risiko für Schlucken und Stimme |
| Perkutane Rhizotomie | Hitze oder ein chemisches Mittel schädigt über eine Nadel die Schmerzfasern | Ältere Patienten, für die eine offene Operation zu belastend ist | Schluckprobleme; Schmerzen kehren häufiger zurück |
| Stereotaktische Radiochirurgie | Gebündelte Strahlung zielt auf die Nervenwurzel | Hohes Operationsrisiko oder der Wunsch, eine Operation zu vermeiden | Wirkt erst nach Wochen bis Monaten; Rückfälle häufiger |
Warum die MVD meist an erster Stelle steht
Die MVD behandelt die Ursache und lässt den Nerv unversehrt. Geschmack, Gefühl und Schlucken bleiben deshalb bei den meisten Menschen erhalten. Dieselbe Idee steckt hinter der mikrovaskulären Dekompression bei Trigeminusneuralgie und beim Hemispasmus facialis.
Wann die anderen Möglichkeiten sinnvoll sind
Findet der Neurochirurg keine Arterie am Nerv, fällt die Wahl auf die Durchtrennung der Schmerzfasern. Bei älteren oder geschwächten Patienten vermeiden ein Nadelverfahren oder die Radiochirurgie eine offene Operation. Radiochirurgie findet jedoch in einem spezialisierten Zentrum statt, und Prof. Albayrak überweist Sie dorthin, wenn sie passt.
Ist die mikrovaskuläre Dekompression eine Gehirnoperation?
Ja, in dem Sinne, dass der Neurochirurg im Schädel neben dem Hirnstamm arbeitet. Die Öffnung ist jedoch klein, etwa drei Zentimeter, und er durchtrennt kein Hirngewebe und zieht es nicht zurück. Der Zugang folgt stattdessen einem natürlichen Spalt zwischen Gehirn und Schädel.
Ablauf der mikrovaskulären Dekompression am neunten Hirnnerv
Die Operation dauert etwa zwei Stunden in Vollnarkose. Dabei verlagert der Neurochirurg die Arterie und legt ein weiches Teflonpolster zwischen Gefäß und Nerv.
Schritt für Schritt
- Sie schlafen in Vollnarkose und liegen auf der Seite.
- Dann öffnet der Neurochirurg hinter dem Ohr ein Knochenfenster von etwa drei Zentimetern.
- Unter dem Mikroskop, unterstützt durch ein Endoskop, erreicht er den unteren Hirnstamm.
- Währenddessen überwacht das Team ohne Unterbrechung den neunten, zehnten und elften Hirnnerv.
- Danach löst er die Arterie, meist die hintere untere Kleinhirnarterie (PICA), und setzt das Polster ein.
- Zum Schluss kommt der Knochendeckel zurück, und Nähte verschließen die Haut.
Warum die Nervenüberwachung hier so wichtig ist
Der neunte Nerv verläuft direkt neben den Fasern, die Schlucken und Stimmbänder steuern. Die ständige Überwachung warnt den Neurochirurgen deshalb, bevor ein Zug an den Nerven sie schädigt. Dieser Schritt schützt Ihre Stimme und Ihr Schlucken.
Risiken und Erfolgsaussichten der Operation
Die meisten Probleme nach einer MVD sind leicht und von kurzer Dauer. Jede Operation hat dennoch Risiken, und Ihr Neurochirurg sollte Ihnen jedes für Ihren Fall erklären.
- Schluckbeschwerden oder Heiserkeit: meist vorübergehend, in den ersten Tagen oder Wochen
- Schwindel und Gangunsicherheit: anfangs häufig, dann abklingend
- Hörverlust: ungewöhnlich, auf der operierten Seite
- Austritt von Hirnwasser (Liquorleck) oder Hirnhautentzündung: selten und behandelbar
- Wiederkehrende Schmerzen: Risiko gering, aber nicht null, meist innerhalb von zwei Jahren
Was die Studienlage zeigt
Veröffentlichte chirurgische Fallserien berichten, dass die meisten sorgfältig ausgewählten Patienten ohne Attacken aufwachen. Es handelt sich jedoch um kleine Studien, und keine randomisierte Studie vergleicht die MVD mit anderen Möglichkeiten. Kein ehrlicher Chirurg verspricht deshalb eine feste Erfolgsrate.
Wie hoch ist die Erfolgsrate der Operation bei Glossopharyngeusneuralgie?
Eine einzelne Zahl passt nicht für alle. Günstiger sind die Aussichten, wenn das MRT eine klare Arterie am Nerv zeigt und der Schmerz typisch ist. Ihr Neurochirurg kann Ihre eigenen Chancen erklären, sobald die Untersuchungen abgeschlossen sind.
Wie gefährlich ist eine mikrovaskuläre Dekompression?
Ernste Probleme wie ein Schlaganfall oder eine lebensbedrohliche Blutung sind selten. Häufigere Beschwerden wie Heiserkeit oder Schwindel klingen meist ab. Die MVD bleibt aber eine Operation im Schädel, wägen Sie sie deshalb sorgfältig mit Ihrem Neurochirurgen ab.
Was passiert, wenn der Schmerz nach der Operation zurückkehrt?
Meist erklärt ein verrutschtes Polster oder ein neuer Gefäßkontakt den Rückfall. Zuerst versucht Ihr Arzt erneut Medikamente. Bei Bedarf folgen dann eine zweite Operation oder eine andere Möglichkeit.
Wie lange dauert die Erholung nach der Operation?
Viele Menschen bemerken, dass die Attacken direkt nach der Operation aufhören. Die vollständige Erholung dauert jedoch mehrere Wochen, und volle Belastbarkeit kehrt nach etwa drei Monaten zurück.
| Phase | Was geschieht | Ihr Beitrag |
|---|---|---|
| Tag 1 | Überwachung auf der Intensivstation, erste Schlucke Flüssigkeit | Ruhe; melden Sie jedes Verschlucken |
| Tag 2-3 | Aufstehen, Schlucktest, Verlegung auf die Normalstation | Weiche Kost, kurze Spaziergänge |
| Tag 4-5 | Entlassung; die Dosis der Medikamente sinkt schrittweise | Den Plan zur Dosisreduktion befolgen |
| Woche 2 | Kontrolle der Naht | Tägliche Spaziergänge, kein schweres Heben |
| Woche 4-6 | Rückkehr zur Büroarbeit, leichter Sport | Aktivität langsam steigern |
| Monat 3 | Volle Belastung, Sport und lange Reisen | Kontrolltermin |
Medikamente langsam absetzen
Ihr Arzt setzt das Schmerzmedikament nicht am Tag der Entlassung ab. Stattdessen sinkt die Dosis über vier bis acht Wochen, damit keine plötzlichen Schwankungen entstehen. Kehrt der Schmerz während der Reduktion zurück, ändert sich der Plan rasch.
Wann kann ich wieder normal essen?
Die meisten beginnen nach einem Schlucktest innerhalb von zwei bis drei Tagen mit weicher Kost. In den ersten Wochen helfen zudem warme, weiche Mahlzeiten. Normale Kost ist meist bald nach der Entlassung wieder möglich.
Anreise nach Istanbul aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Von vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge nach Istanbul. Diese Operation ist selten dringend und passt deshalb zu einer gut geplanten Reise. Ohnmachtsanfälle brauchen jedoch zuerst eine Notfallversorgung vor Ort, keinen Flug.
Wie lange Sie in Istanbul bleiben
Der Krankenhausaufenthalt dauert meist vier bis fünf Tage. Danach kommen einige Tage in einem nahen Hotel bis zur Wundkontrolle hinzu. Insgesamt planen die meisten Patienten aus dem Ausland etwa zehn Tage in Istanbul ein.
Wann Sie nach Hause fliegen können
Die MVD findet im Schädel statt. Für solche Operationen nennen internationale flugmedizinische Empfehlungen etwa sieben Tage bis zum ersten Flug. Den Flugtag bestätigt Ihr Neurochirurg.
Nach veröffentlichten Daten erhöht ein Flug kurz nach einer Operation zudem das Risiko für Blutgerinnsel. Gehen Sie im Flugzeug deshalb öfter umher, trinken Sie Wasser und folgen Sie den Hinweisen bei der Entlassung.
Einreise, Versicherung und Nachsorge
Welche Einreisebestimmungen für die Türkei gelten, hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit ab. Prüfen Sie die aktuellen Regeln für Ihren Reisepass vor der Reise.
Klären Sie vor der Reise mit Ihrer Krankenkasse oder Versicherung, ob und in welchem Umfang Kosten einer Behandlung im Ausland übernommen werden.
Vor der Abreise erhalten Sie Operationsbericht, Entlassungsbericht (Arztbrief), den Plan zur Dosisreduktion und Ihre Bilder auf CD oder USB-Stick. Zu Hause übernehmen dann Ihr Hausarzt oder Ihr behandelnder Neurologe die Nachsorge.
Wann Sie wieder Auto fahren dürfen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt; es gelten die Regeln Ihres Heimatlandes. Mehr zu Einreise, Unterlagen, Aufenthalt und Rückflug und zur Reisevorbereitung lesen Sie im Ratgeber für Patienten aus dem Ausland.
Ihre Behandlung in Istanbul
Von Ihrer ersten Nachricht bis zum Rückflug
Die Behandlung in Istanbul folgt vier klaren Schritten. Jeder Schritt beantwortet eine praktische Frage zu Ihrer Reise.
SCHRITT 01
Termin anfragen
Nutzen Sie das Formular auf dieser Seite, WhatsApp oder rufen Sie +90 532 308 9772 an. Eine kurze Nachricht genügt: wie lange Sie die Schmerzen schon haben, Land und Reisedaten.
Sie können uns auf Englisch oder Türkisch schreiben. Das Team antwortet dann und vereinbart die Beratung mit Ihnen.
SCHRITT 02
Beratung und Untersuchungen in Istanbul
Zuerst untersucht Sie Prof. Albayrak in seiner Praxis in Teşvikiye. Danach geht er Ihre Aufnahmen und Ihre bisherigen Medikamente mit Ihnen durch. Ein Dünnschicht-MRT oder eine Untersuchung des Rachens können in Istanbul folgen.
Anschließend erklärt er, ob eine Operation passt und welche. Sinnvolle Fragen sind zum Beispiel:
- Drückt eine Arterie auf meinen neunten Hirnnerv?
- Wie schützen Sie mein Schlucken und meine Stimme?
- Was passiert, wenn der Schmerz zurückkehrt?
Was sollte ich zur Beratung mitbringen?
Bringen Sie alle MRT-Bilder auf CD oder USB-Stick mit, dazu die schriftlichen Befunde. Nehmen Sie auch eine Liste aller bisherigen Medikamente und Dosen mit, dazu eventuelle Aufzeichnungen des Herzrhythmus.
SCHRITT 03
Operation und Krankenhausaufenthalt
Entscheiden Sie sich für die Operation, findet sie in einem Krankenhaus in Istanbul statt. Prof. Albayrak nennt Ihnen das Krankenhaus in der Beratung, zusammen mit der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer. Ein Angehöriger oder eine Begleitperson kann in der Regel bei Ihnen bleiben.
SCHRITT 04
Erholung, Flugtauglichkeit und Nachsorge
Nach der Entlassung erholen Sie sich in einem nahen Hotel. Vor dem Flug kontrolliert Ihr Neurochirurg die Wunde und bestätigt, dass Sie fliegen können.
Suchen Sie zu Hause dringend ärztliche Hilfe bei Fieber, starken Kopfschmerzen oder klarer Flüssigkeit aus Wunde oder Nase. Dasselbe gilt bei Verschlucken, Atemnot oder einem geschwollenen Bein.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Viele Menschen mit Bürotätigkeit kehren nach vier bis sechs Wochen zurück. Körperliche Arbeit wartet meist bis etwa drei Monate nach der Operation.
Ihr Neurochirurg für die Glossopharyngeusneuralgie in Istanbul
Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak
Neurochirurg · Professor für Neurochirurgie
Prof. Albayrak führt die mikrovaskuläre Dekompression bei Erkrankungen der Hirnnerven durch, etwa bei Trigeminusneuralgie und Hemispasmus facialis. Bei der Glossopharyngeusneuralgie arbeitet er mit Nervenüberwachung, um Schlucken und Stimme zu schützen.
Er studierte Medizin an der Marmara-Universität (1998) und absolvierte die Facharztausbildung Neurochirurgie an der Universität Istanbul (2004). Klinische Fellowships führten ihn an die Universität Helsinki (2006-2007) und an die Harvard Medical School, Brigham and Women's Hospital (2007-2008).
Er besitzt das ECFMG- und das EANS-Zertifikat.
Sie können uns auf Englisch oder Türkisch schreiben. Die Beratung findet auf Englisch oder Türkisch statt. Bitte organisieren Sie bei Bedarf vorab einen Dolmetscher.
Die Operation findet in einem Krankenhaus in Istanbul statt; welches, wird in der Beratung festgelegt. Adresse der Praxis: Terrace Fulya Center, Hakkı Yeten Cad. No: 11, D:13, Teşvikiye, Şişli, Istanbul.
27+Jahre
5.000+Operationen
64Länder
33Publikationen
Angaben aus dem Berufsprofil von Prof. Albayrak, September 2026. Siehe die vollständige Publikationsliste.
Termin vereinbarenHäufige Fragen zur Glossopharyngeusneuralgie
Welcher Arzt behandelt eine Glossopharyngeusneuralgie?
Meist übernehmen ein Neurologe und ein HNO-Arzt die erste Abklärung. Ein Neurochirurg kommt hinzu, wenn eine Operation infrage kommt, ein Kardiologe nach einer Ohnmacht. Die Behandlung ist deshalb oft Teamarbeit.
Kann hinter einer Glossopharyngeusneuralgie ein Tumor stecken?
Die meisten Fälle gehen auf eine harmlose Arterie am Nerv zurück. Bösartige Tumoren in Rachen und Zungengrund können jedoch ähnliche Schmerzen verursachen. Jeder Patient braucht deshalb eine Untersuchung des Rachens, vor allem bei Dauerschmerz, Heiserkeit oder Gewichtsverlust.
Wie unterscheidet sich die Glossopharyngeusneuralgie von anderen Gesichtsschmerzen?
Die Glossopharyngeusneuralgie schmerzt in Hals und Ohr, der Trigeminusschmerz dagegen in Gesicht und Kiefer. Unsere Seite zu Gesichtsschmerzen beschreibt die größere Gruppe.
Was kostet eine Operation bei Glossopharyngeusneuralgie in der Türkei?
Die Kosten hängen von der Operation, den nötigen Untersuchungen und dem Krankenhausaufenthalt ab. Fragen Sie deshalb in der Beratung nach den Kosten Ihres Plans; mehr dazu im Ratgeber zu den Kosten.
Wissenschaftliche Publikationen von Prof. Albayrak
Prof. Albayrak hat keine eigene Arbeit zur Glossopharyngeusneuralgie veröffentlicht. Die erste Arbeit ist eine Übersicht zur selben Dekompressionsoperation bei Trigeminusneuralgie. Die beiden anderen betreffen den unteren Hirnstamm und die hintere Schädelgrube, wo diese Operation stattfindet.
Jeder Link öffnet den Eintrag bei PubMed (auf Englisch). Die vollständige Liste seiner 33 Publikationen finden Sie in seinem Profil.
- Microvascular decompression as a surgical management for trigeminal neuralgia: a critical review of the literature
- Sudden cessation of respiration in a patient with a solitary metastatic focus of renal cell carcinoma in medulla oblongata
- Giant intradiploic leptomeningeal cyst of the posterior fossa
Offizielle Informationen (teilweise auf Englisch)
- gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit. Trigeminusneuralgie: Ursachen und Therapie.
- MedlinePlus, US National Library of Medicine. Glossopharyngeal neuralgia.
- Genetic and Rare Diseases Information Center (GARD), NIH. Glossopharyngeal neuralgia.
- National Institute of Neurological Disorders and Stroke. Trigeminal Neuralgia.
- MedlinePlus. Swallowing Disorders.
- NHS. Fainting.
- NHS. DVT (deep vein thrombosis).
- Auswärtiges Amt. Türkei: Reise- und Sicherheitshinweise.
- Republic of Türkiye Ministry of Foreign Affairs. Visa Information for Foreigners.
- UK Civil Aviation Authority. Surgical conditions: guidance for health professionals.
- US Centers for Disease Control and Prevention. Medical tourism.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Diagnose und Therapieentscheidung erfordern eine persönliche Untersuchung durch Ihren Arzt. Im Notfall rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2026. Redaktion: Praxis von Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak, [email protected].
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