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Kurz erklärt
Was ist ein Rückenmarkstumor?
Ein Rückenmarkstumor ist eine krankhafte Gewebewucherung im oder am Rückenmark. Er kann im Rückenmark selbst wachsen, in seiner Hülle (der Dura) oder im Knochen der Wirbelsäule. Weil der Wirbelkanal eng ist, kann schon ein gutartiger Tumor das Rückenmark bedrängen und Schmerzen, Taubheit oder Schwäche auslösen.
Ärzte unterscheiden primäre und sekundäre Tumoren. Primäre Tumoren entstehen in der Wirbelsäule, und die meisten davon sind gutartig. Sekundäre Tumoren (Metastasen) streuen dagegen von einem Krebs an anderer Stelle, etwa in Lunge, Brust oder Prostata.
Vor allem die genaue Lage bestimmt die Beschwerden und die Behandlung. Viele gutartige Tumoren lassen sich zum Beispiel mikrochirurgisch vollständig entfernen. Metastasen brauchen dagegen oft neben der Operation auch eine Strahlentherapie.
Welche Aufgaben hat das Rückenmark?
Das Rückenmark ist die Hauptleitung zwischen Gehirn und Körper. Ein Tumor auf einer Höhe kann deshalb alles betreffen, was darunter liegt.
- BewegungLeitet Befehle vom Gehirn an die Muskeln
- GefühlMeldet Berührung, Schmerz und Temperatur an das Gehirn
- LagesinnSagt Ihnen, wo Ihre Füße sind, ohne hinzusehen
- Blase und DarmDie untersten Segmente und Nervenwurzeln steuern die Entleerung
- Reflexe und MuskelspannungÖrtliche Regelkreise halten die Spannung im Gleichgewicht
- AtmungNerven aus dem oberen Halsmark steuern das Zwerchfell
Welche Beschwerde führt Sie hierher?
Wählen Sie zuerst die Veränderung, die Sie am meisten beunruhigt. Jeder Link erklärt dann, warum ein Tumor an der Wirbelsäule sie verursacht und wie dringend sie ist.
- 01Rücken- oder Nackenschmerzen, die nachts schlimmer sindTiefer, anhaltender Schmerz, den Ruhe und Schmerzmittel nicht lindern
- 02Taubheit, Kribbeln oder ein Gürtelgefühl um die BrustGefühlsstörungen, die langsam an Beinen oder Rumpf aufsteigen
- 03Schwache, steife oder ungeschickte BeineStolpern, Stürze oder ungeschickte Hände bei einem Tumor im Halsbereich
- 04Veränderungen an Blase oder DarmHarndrang, Probleme beim Wasserlassen oder Taubheit zwischen den Beinen
- 05Neue Rückenschmerzen nach einer KrebsdiagnoseSchmerzen, die auf eine Streuung in die Wirbelsäule hinweisen können
- 06Ein Kind mit Rückenschmerzen oder einer neuen KrümmungNächtliche Schmerzen, ein steifer Rücken, Skoliose oder ein veränderter Gang
Symptome eines Rückenmarkstumors
Die Beschwerden hängen von Höhe, Größe und Wachstumstempo des Tumors ab. Bei den meisten Menschen kommen zuerst Schmerzen, danach folgen über Wochen oder Monate Nervenstörungen.
Die Beschwerden treten unterhalb der Höhe des Tumors auf. Ein Tumor im Halsbereich kann zum Beispiel Arme und Beine betreffen. Ein Tumor im mittleren Rücken betrifft dagegen nur Rumpf und Beine.
Rücken- oder Nackenschmerzen
Schmerzen sind das häufigste erste Zeichen eines Tumors an der Wirbelsäule. Anders als bei einer Muskelzerrung werden sie immer stärker und bessern sich in Ruhe nicht.
- tiefer, bohrender Schmerz an einer Stelle, oft nachts oder im Liegen schlimmer
- Schmerzen, die beim Husten, Niesen oder Pressen zunehmen
- einschießende Schmerzen in einen Arm, um die Brust oder ein Bein hinunter, wenn eine Nervenwurzel unter Druck steht
- Druckschmerz, wenn der Arzt auf die Wirbelsäule drückt
Taubheit und Kribbeln
Drückt ein Tumor auf das Rückenmark, verändert sich das Gefühl unterhalb dieser Höhe. Viele Patienten bemerken es zuerst an den Füßen, dann steigt es langsam auf.
- Taubheit, Kribbeln oder Ameisenlaufen in Beinen oder Armen
- ein enges, gürtelförmiges Gefühl um Brust oder Bauch
- weniger Gefühl für Hitze, Kälte oder Schmerz, sodass kleine Verbrennungen unbemerkt bleiben
- ein unsicheres Gleichgewicht im Dunkeln, weil der Lagesinn nachlässt
Schwäche und Gangstörungen
Druck auf die motorischen Bahnen macht die Beine zudem schwer und steif. Betroffene stolpern dann, gehen langsamer oder stürzen. Die Beschwerden beginnen oft auf einer Seite, bevor sie beide Seiten erfassen.
- steife Beine mit lebhaften Reflexen (Spastik)
- ungeschickte Hände und fallende Gegenstände, wenn der Tumor im Halsbereich liegt
- Muskelschwund oder Muskelzucken dort, wo eine bedrängte Nervenwurzel den Muskel versorgt
Blase, Darm und Sexualfunktion
Der unterste Teil des Rückenmarks und seine Nervenwurzeln steuern Blase und Darm. Tumoren in diesem Bereich können diese Funktionen deshalb früh verändern.
- Harndrang, häufiges Wasserlassen oder Harnverlust
- Probleme, das Wasserlassen zu beginnen oder die Blase zu leeren
- neue Verstopfung oder Verlust der Darmkontrolle
- Taubheit im „Reithosen“-Bereich zwischen den Beinen oder Erektionsstörungen
An anderen Stellen der Wirbelsäule sind dies jedoch späte und ernste Zeichen. Zusammen mit einer Beinschwäche brauchen sie noch am selben Tag eine Notfallbehandlung.
Bekannte Krebserkrankung und neue Rückenschmerzen
Die Wirbelsäule ist die häufigste Stelle im Skelett, an die Krebs streut. Nach veröffentlichten Daten entwickeln etwa 3-5 von 100 Menschen mit Krebs eine Kompression des Rückenmarks. Ärzte nennen das metastatische Rückenmarkskompression.
Brust-, Lungen- und Prostatakrebs, Lymphome und das Myelom verursachen die meisten Fälle. Neue Rückenschmerzen nach einer Krebserkrankung brauchen deshalb eine rasche Abklärung, auch wenn der Krebs unter Kontrolle scheint.
Zeichen bei Kindern
Tumoren an der Wirbelsäule sind bei Kindern selten, aber ihre Zeichen werden leicht übersehen. Kleine Kinder können Taubheit nicht beschreiben, deshalb bemerken Eltern eher Veränderungen in Bewegung und Verhalten.
- Rückenschmerzen, besonders Schmerzen, die das Kind nachts wecken
- ein steifer Rücken oder Nacken oder eine neue Krümmung der Wirbelsäule (Skoliose)
- Zehenspitzengang, häufige Stürze oder die Weigerung zu laufen
- ein Kind, das schon trocken war und wieder einnässt
Kinder haben zudem eigene Tumorarten und eine wachsende Wirbelsäule. Manche, etwa Lipome und Dermoidzysten, treten zusammen mit einem gefesselten Rückenmark (Tethered Cord) auf. Weitere Erkrankungen bei Kindern finden Sie unter Kinderneurochirurgie.
Tumor oder Bandscheibenvorfall: Wie unterscheiden sie sich?
Die meisten Rückenschmerzen kommen von Bandscheiben und Gelenken, nicht von Tumoren. Einige Merkmale sprechen jedoch für einen Tumor:
- Schmerzen, die nachts oder in Ruhe schlimmer sind, während Bandscheibenschmerzen im Liegen meist nachlassen
- Schmerzen, die über Wochen zunehmen, statt sich zu bessern
- Taubheit oder Schwäche, die sich ohne Verletzung langsam ausbreitet
- eine Krebserkrankung in der Vorgeschichte, Fieber oder ungewollter Gewichtsverlust
Wie schnell schreiten die Beschwerden fort?
- Gutartige Tumoren wie Meningeome und Schwannome wachsen langsam, über Monate oder Jahre.
- Tumoren im Rückenmark verursachen oft zuerst Taubheit und erst später Schwäche.
- Metastasen können innerhalb von Tagen Schwäche auslösen, besonders wenn ein Wirbel einbricht.
Fragen in dieser Phase
Warum sind die Schmerzen bei einem Tumor an der Wirbelsäule nachts schlimmer?
Im flachen Liegen steigt vermutlich der Druck im Wirbelkanal um den Tumor. Nachts gibt es zudem weniger Ablenkung. Rückenschmerzen, die Sie aus dem Schlaf wecken, sollten Sie deshalb abklären lassen.
Kann man einen Rückenmarkstumor ertasten?
Meist nicht. Die meisten liegen tief im Wirbelkanal, deshalb lässt sich von außen kein Knoten fühlen. Zuverlässig findet ihn stattdessen ein MRT.
Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Die meisten Rückenschmerzen sind kein Tumor und bessern sich innerhalb von Wochen. Einige Muster brauchen jedoch eine baldige Abklärung, und wenige eine Notfallbehandlung.
Vereinbaren Sie einen Arzttermin bei:
- Rücken- oder Nackenschmerzen, die nach einigen Wochen immer stärker werden
- Schmerzen, die Sie nachts wecken oder in Ruhe nicht nachlassen
- Taubheit oder Kribbeln, das sich langsam ausbreitet
- neuen Rückenschmerzen nach einer Krebsdiagnose
Holen Sie noch am selben Tag Notfallhilfe (Notruf 112) bei:
- neuer Beinschwäche oder plötzlichen Problemen beim Gehen
- Taubheit zwischen den Beinen oder um den After
- Problemen beim Wasserlassen oder Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle
- Beschwerden, die sich über Stunden oder Tage verschlimmern
Diese Zeichen können auf eine Kompression des Rückenmarks oder ein Kauda-equina-Syndrom hinweisen. In beiden Fällen gibt eine frühe Operation den Nerven die größte Chance auf Erholung. Beim Kauda-equina-Syndrom verbessert eine Operation innerhalb von 48 Stunden nach veröffentlichten Daten die Ergebnisse.
Arten von Tumoren an der Wirbelsäule nach ihrer Lage
Ärzte ordnen Tumoren an der Wirbelsäule nach ihrer Lage zur Dura, der festen Hülle um das Rückenmark. Die Lage sagt deshalb sowohl die wahrscheinliche Tumorart als auch die Operation voraus.
Warum ist die Lage wichtig?
- Neben dem Rückenmark schiebt der Tumor das Rückenmark beiseite. Der Chirurg kann ihn deshalb oft vollständig abheben.
- Im Rückenmark muss der Chirurg das Rückenmark selbst eröffnen. Am wichtigsten ist dann eine klare Grenze des Tumors.
- Im Knochen kann der Tumor die Wirbelsäule schwächen. Die Operation ergänzt dann unter Umständen Schrauben und Stäbe.
| Lage | Häufigkeit | Typische Tumoren | Übliche Behandlung |
|---|---|---|---|
| Intramedullär (im Rückenmark) | Etwa 5 % | Ependymom (bei Erwachsenen am häufigsten), Astrozytom (bei Kindern am häufigsten), Hämangioblastom | Mikrochirurgie mit Neuromonitoring; Strahlentherapie, wenn Tumorreste bleiben oder er sich als bösartig erweist |
| Intradural-extramedullär (innerhalb der Dura, neben dem Rückenmark) | Etwa 40 % | Meningeom, Schwannom, Neurofibrom, myxopapilläres Ependymom am unteren Ende des Rückenmarks | Mikrochirurgische Entfernung, oft vollständig; MRT-Kontrollen bei kleinen Tumoren ohne Beschwerden |
| Extradural (außerhalb der Dura, meist im Knochen) | Etwa 55 % | Metastasen von Lungen-, Brust-, Prostata- oder Nierenkrebs; Myelom, Lymphom; primäre Knochentumoren | Strahlentherapie oder Radiochirurgie, Entlastung und Stabilisierung, Krebsbehandlung für den ganzen Körper |
Die Wirbelsäule hat auch eigene Knochentumoren. Hämangiome sind zum Beispiel häufig und meist harmlos, Chordome dagegen selten und bösartig.
Chordome wachsen auch an der Schädelbasis, und mehrere andere Tumoren der Wirbelsäule haben Verwandte im Kopf. Mehr dazu lesen Sie in unseren Ratgebern zu Meningeomen, Hirnmetastasen und Hirntumoren.
Ist ein Rückenmarkstumor meist bösartig?
Tumoren, die in der Wirbelsäule selbst entstehen, sind meist gutartig. Die meisten Tumoren an der Wirbelsäule streuen jedoch von einem Krebs an anderer Stelle, deshalb zählt Ihre Vorgeschichte. Auch ein gutartiger Tumor kann das Rückenmark schädigen und braucht deshalb eine fachkundige Behandlung.
Was verursacht Rückenmarkstumoren?
Bei den meisten primären Tumoren der Wirbelsäule finden Ärzte keine einzelne Ursache. Stattdessen scheinen genetische Veränderungen in den Zellen das Wachstum anzustoßen.
Einige Risikofaktoren sind jedoch bekannt:
- Neurofibromatose Typ 2: Schwannome, Meningeome und Ependymome
- Neurofibromatose Typ 1: Neurofibrome entlang der Nervenwurzeln
- Von-Hippel-Lindau-Erkrankung: Hämangioblastome in Rückenmark, Gehirn und Netzhaut
- Krebs an anderer Stelle im Körper: die Hauptquelle von Tumoren in den Wirbelknochen
- Ein geschwächtes Immunsystem: ein höheres Risiko für ein Lymphom an der Wirbelsäule
Rückenbelastung, Haltung und Verletzungen verursachen dagegen keine Tumoren an der Wirbelsäule. Manchmal führt ein Sturz aber zu der Untersuchung, die einen Tumor entdeckt.
Behandlung von Tumoren an der Wirbelsäule im Vergleich
Die Behandlung hängt von Tumorart, Lage und allgemeinem Gesundheitszustand ab. Ein Team kombiniert deshalb oft zwei oder mehr der folgenden Möglichkeiten.
| Möglichkeit | Geeignet für | Hauptziel | Typische Erholung |
|---|---|---|---|
| Mikrochirurgische Entfernung | Die meisten primären Tumoren innerhalb der Dura, etwa Meningeom, Schwannom und Ependymom | Vollständige Entfernung und bei vielen gutartigen Tumoren eine Heilung | Gehen nach ein bis zwei Tagen; mehrere Tage im Krankenhaus; Wochen der Rehabilitation |
| Entlastung und Stabilisierung | Tumoren, die das Rückenmark einengen oder den Knochen schwächen, oft Metastasen | Druck nehmen, die Gehfähigkeit schützen und die Wirbelsäule stabil halten | Mehrere Tage im Krankenhaus; meist folgt eine Strahlentherapie |
| Stereotaktische Radiochirurgie (SBRT) | Kleine Metastasen, Tumorreste, Patienten, die nicht offen operiert werden können | Das Wachstum mit einer hohen, gebündelten Dosis in ein bis fünf Sitzungen stoppen | Ambulant; die meisten führen ihren Alltag weiter |
| Konventionelle Strahlentherapie | Metastasen, Lymphom, Myelom und bösartige Tumoren nach der Operation | Schmerzen und Wachstum kontrollieren | Kurze tägliche Sitzungen über eine bis mehrere Wochen |
| Beobachtung mit MRT | Kleine gutartige Tumoren ohne Beschwerden | Nur behandeln, wenn der Tumor wächst oder Beschwerden macht | Regelmäßige Aufnahmen, oft einmal im Jahr |
Chemotherapie, Hormontherapie und zielgerichtete Medikamente behandeln zudem den Krebs hinter den meisten Metastasen. Kortisonpräparate (Kortikosteroide) verringern außerdem die Schwellung um das Rückenmark.
Ist bei einem Tumor an der Wirbelsäule immer eine Operation nötig?
Nein. Kleine gutartige Tumoren beobachten Ärzte zum Beispiel mit dem MRT, und viele Metastasen sprechen auf eine Strahlentherapie an. Ein Tumor, der das Rückenmark einengt, braucht jedoch meist zuerst eine Operation.
Anreise nach Istanbul aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Von vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge nach Istanbul. Eine Operation an einem Rückenmarkstumor ist meist planbar, rasch zunehmende Schwäche gehört jedoch in das nächste Krankenhaus.
Aufenthalt und Rückflug
Rechnen Sie mit Beratung, Operation und mehreren Tagen im Krankenhaus, danach mit Erholung in der Nähe. Für Operationen an der Wirbelsäule nennen Empfehlungen für Flugreisende keine feste Frist, deshalb legt Ihr Chirurg den Flugtag fest. Halten Sie das Rückflugdatum flexibel und fragen Sie nach einem Thromboseschutz für den Flug.
Einreise, Versicherung und Nachsorge
Welche Einreisebestimmungen für die Türkei gelten, hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit ab. Prüfen Sie die aktuellen Regeln für Ihren Reisepass vor der Reise.
Klären Sie vor der Reise mit Ihrer Krankenkasse oder Versicherung, ob und in welchem Umfang Kosten einer Behandlung im Ausland übernommen werden.
Vor der Abreise erhalten Sie einen Entlassungsbericht (Arztbrief), den Operationsbericht und Ihre Bilder auf CD oder USB-Stick. Den feingeweblichen Befund bekommen Sie, sobald er vorliegt. Zu Hause übernehmen dann Hausarzt, Neurologe oder Onkologe die Nachsorge.
Wann Sie wieder Auto fahren dürfen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt; es gelten die Regeln Ihres Heimatlandes. Mehr zu Einreise, Unterlagen und Aufenthalt und Rückflug lesen Sie im Ratgeber für Patienten aus dem Ausland.
Ihr Behandlungsweg
Von der Diagnose bis zur Erholung
Die Behandlung folgt vier Schritten. Jeder Schritt beantwortet eine Frage, sodass Sie immer wissen, was als Nächstes kommt.
Sie reisen aus dem Ausland an? Lesen Sie dazu den Abschnitt „Anreise nach Istanbul“.
SCHRITT 01
Diagnose: Was ist der Tumor und wo liegt er?
Zuerst prüft eine neurologische Untersuchung Kraft, Gefühl, Reflexe und Gang. Danach zeigt ein MRT mit Kontrastmittel den Tumor und seine Beziehung zum Rückenmark.
- Das MRT ist die wichtigste Untersuchung. Ist eine Streuung möglich, wird die ganze Wirbelsäule untersucht.
- Das CT zeigt Knochenschäden und hilft, Schrauben und Stäbe zu planen.
- Die Angiographie stellt die Blutversorgung gefäßreicher Tumoren dar; eine Embolisation kann sie vor der Operation verschließen.
- Eine Nadelbiopsie hilft, wenn ein Lymphom, ein Myelom oder eine Metastase wahrscheinlich ist.
Ist ein Tumor an der Wirbelsäule auf dem Röntgenbild sichtbar?
Manchmal, wenn der Tumor den Knochen geschädigt hat. Das Rückenmark und die meisten Tumoren im Wirbelkanal zeigt ein Röntgenbild jedoch nicht. Ärzte verlassen sich deshalb auf das MRT.
SCHRITT 02
Planung: Welcher Weg ist am sichersten?
Als Nächstes studiert das Team die Aufnahmen und wählt den Zugang, meist vom Rücken aus. Es legt auch das Ziel fest: vollständige Entfernung oder Entlastung des Rückenmarks.
Bei Metastasen bewerten Ärzte zusätzlich die Stabilität der Wirbelsäule und die Aussichten der Krebserkrankung. Chirurgen und Krebsärzte legen den Plan deshalb oft gemeinsam fest.
SCHRITT 03
Operation: den Tumor entfernen, das Rückenmark schützen
Der Chirurg arbeitet unter dem Operationsmikroskop durch eine Öffnung am Rücken. Während der gesamten Operation prüft ein Neuromonitoring, ob Signale weiterhin durch das Rückenmark laufen.
- Die Laminektomie entfernt den knöchernen Bogen an der Rückseite der Wirbelsäule. Bei Kindern und jungen Erwachsenen setzt die Laminoplastie den Bogen wieder ein und senkt so das Risiko einer späteren Krümmung.
- Das Neuromonitoring überwacht motorische und sensible Signale und warnt das Team, bevor ein Schaden dauerhaft wird.
- Schrauben und Stäbe stabilisieren die Wirbelsäule, wenn der Tumor oder die Operation sie geschwächt hat.
Wie lange dauert eine Operation an einem Rückenmarkstumor?
Die Entfernung eines Tumors neben dem Rückenmark dauert oft einige Stunden. Tumoren im Rückenmark oder Operationen mit Schrauben und Stäben dauern jedoch länger.
Welche Risiken hat eine Operation an einem Rückenmarkstumor?
Die wichtigsten Risiken sind neue Schwäche oder Taubheit, ein Austritt von Nervenwasser, eine Infektion und Blutgerinnsel. Etwas Taubheit nach einer Operation im Rückenmark ist zudem häufig und bessert sich oft. Das Neuromonitoring hilft dem Team, Probleme früh zu erkennen.
SCHRITT 04
Erholung und Nachsorge
Die meisten Patienten stehen nach ein bis zwei Tagen mit Hilfe auf und gehen. Die Physiotherapie beginnt sofort, und der Krankenhausaufenthalt dauert meist mehrere Tage.
- Die Beschwerden bessern sich Schritt für Schritt. Schmerzen lassen oft zuerst nach, Kraft und Gefühl erholen sich über Wochen bis Monate.
- Die feingewebliche Untersuchung (Pathologie) bestätigt Tumorart und Grad und entscheidet dann, ob eine Strahlentherapie folgt.
- MRT-Kontrollen prüfen das Ergebnis, oft nach drei Monaten und danach in regelmäßigen Abständen.
Wie lange dauert die Erholung nach einer Operation an einem Rückenmarkstumor?
Viele Menschen kehren innerhalb weniger Wochen zu leichten Alltagsaufgaben zurück. Kraft und Gefühl brauchen jedoch unter Umständen mehrere Monate, besonders nach einer Operation im Rückenmark. Die Rehabilitation hilft dabei in jeder Phase.
Wann können Patienten aus dem Ausland nach Hause fliegen?
Das entscheidet Ihr Chirurg bei der Kontrolle nach der Operation. Meist fliegen Patienten, sobald die Wunde verheilt und das Gehen sicher ist.
Operation von Rückenmarkstumoren in Istanbul
Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak
Neurochirurg · Professor für Neurochirurgie
Eine Operation am Rückenmark ist Präzisionsarbeit im Millimeterbereich. Jeder Plan soll deshalb den Tumor entfernen und dabei Gehfähigkeit und Blasenkontrolle schützen.
Er studierte Medizin an der Marmara-Universität (1998) und absolvierte die Facharztausbildung Neurochirurgie an der Universität Istanbul (2004). Klinische Fellowships führten ihn an die Universität Helsinki (2006-2007) und an die Harvard Medical School, Brigham and Women's Hospital (2007-2008).
Er besitzt das ECFMG- und das EANS-Zertifikat.
Sie können uns auf Englisch oder Türkisch schreiben. Die Beratung findet auf Englisch oder Türkisch statt. Bitte organisieren Sie bei Bedarf vorab einen Dolmetscher.
Die Operation findet in einem Krankenhaus in Istanbul statt; welches, wird in der Beratung festgelegt. Adresse der Praxis: Terrace Fulya Center, Hakkı Yeten Cad. No: 11, D:13, Teşvikiye, Şişli, Istanbul.
27+Jahre
5.000+Operationen
64Länder
33Publikationen
Angaben aus dem Berufsprofil von Prof. Albayrak, September 2026. Siehe die vollständige Publikationsliste.
Termin vereinbarenHäufige Fragen zu Rückenmarkstumoren
Welcher Rückenmarkstumor ist am häufigsten?
Im Rückenmark ist bei Erwachsenen das Ependymom am häufigsten, bei Kindern das Astrozytom. Neben dem Rückenmark überwiegen dagegen Meningeome und Schwannome. Über die ganze Wirbelsäule gesehen sind jedoch Metastasen eines Krebses an anderer Stelle häufiger als alle diese Tumoren.
Ist ein Rückenmarkstumor heilbar?
Oft ja. Viele Meningeome, Schwannome und Ependymome lassen sich vollständig entfernen, was die Behandlung meist beendet. Bei Tumoren, die in das Rückenmark einwachsen, wird jedoch eine langfristige Kontrolle zum Ziel.
Wie ist die Lebenserwartung bei einem Rückenmarkstumor?
Sie hängt vor allem von der Tumorart ab. Die meisten Menschen, deren gutartiger Tumor vollständig entfernt wurde, haben langfristig sehr gute Aussichten. Bei Metastasen hängt das Überleben dagegen vom ursprünglichen Krebs und seinem Ansprechen auf die Behandlung ab.
Welcher Arzt behandelt Rückenmarkstumoren?
Ein auf Rückenmarkstumoren spezialisierter Neurochirurg leitet die Behandlung, gemeinsam mit Onkologie und Strahlentherapie. Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak ist einer dieser Chirurgen in Istanbul.
Wissenschaftliche Publikationen von Prof. Albayrak
Diese Fachartikel hat Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak zu Tumoren der Wirbelsäule und zur Wirbelsäulenchirurgie verfasst oder mitverfasst. Jeder Link öffnet den Eintrag bei PubMed (auf Englisch). Die vollständige Liste seiner 33 Publikationen finden Sie in seinem Profil.
- A case of intra-dural malignant peripheral nerve sheath tumor in thoracic spine associated with neurofibromatosis type 1
- Cervical leptomeningeal and intramedullary metastasis of a cerebral PNET in an adult
- Spinal epidural abscess due to Brucella
- Topical application of tacrolimus prevents epidural fibrosis in a rat postlaminectomy model: histopathological and ultrastructural analysis
Offizielle Informationen (teilweise auf Englisch)
- National Institute of Neurological Disorders and Stroke. Brain and Spinal Cord Tumors.
- National Cancer Institute. Adult Central Nervous System Tumors Treatment (PDQ), patient version.
- National Institute for Health and Care Excellence. Spinal metastases and metastatic spinal cord compression (NG234).
- Auswärtiges Amt. Türkei: Reise- und Sicherheitshinweise.
- Republic of Türkiye Ministry of Foreign Affairs. Visa Information for Foreigners.
- UK Civil Aviation Authority. Surgical conditions: guidance for health professionals.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Diagnose und Therapieentscheidung erfordern eine persönliche Untersuchung durch Ihren Arzt. Im Notfall rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026. Redaktion: Praxis von Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak, [email protected].
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