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Kurz erklärt
Was ist Kinderneurochirurgie?
Die Kinderneurochirurgie (pädiatrische Neurochirurgie) operiert Gehirn, Schädel, Wirbelsäule und Nerven bei Kindern. Sie umfasst jedes Alter, vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen. Häufige Gründe sind Hydrozephalus, Kraniosynostose, Spina bifida, Hirntumoren, Epilepsie und Spastik.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Schädel und Wirbelsäule eines Babys wachsen zum Beispiel noch. Deshalb plant der Chirurg jede Operation rund um dieses Wachstum.
Viele dieser Erkrankungen beginnen vor der Geburt, die Behandlung startet daher oft in den ersten Lebenstagen. Regelmäßige Kontrollen begleiten das Kind danach bis ins Erwachsenenalter.
Was macht ein Kinderneurochirurg?
Ein Kinderneurochirurg erkennt und operiert Erkrankungen des Nervensystems bei Kindern. Dabei arbeitet er eng mit Neuropädiatern, Kinderonkologen, Kinderurologen und Kinderorthopäden zusammen.
- Gehirn und SchädelTumoren, Zysten, Kraniosynostose und Kopfverletzungen
- Wirbelsäule und RückenmarkSpina bifida, angeheftetes Rückenmark und Rückenmarkstumoren
- Störungen des HirnwassersShunts und endoskopische Operationen bei Hydrozephalus
- Anfälle und SteifheitOperationen bei Epilepsie und Spastik
- Planung nach dem WachstumJede Operation zum passenden Zeitpunkt der Entwicklung
- Langfristige NachsorgeKontrollen durch die Kindheit bis zur Betreuung im Erwachsenenalter
Was ist Ihnen bei Ihrem Kind aufgefallen?
Wählen Sie zuerst das Zeichen oder die Diagnose, die am ehesten passt. Jede Zeile öffnet dann den passenden Abschnitt dieser Seite oder einen ausführlichen Ratgeber.
- 01Ein schnell wachsender Kopf oder eine ungewöhnliche KopfformHydrozephalus und Kraniosynostose, unten erklärt
- 02Ein Grübchen, Haarbüschel oder eine Schwellung am unteren RückenVerdeckte Spina bifida, angeheftetes und gespaltenes Rückenmark
- 03Eine offene Stelle am Rücken bei der GeburtMyelomeningozele, oft schon im Ultraschall in der Schwangerschaft entdeckt
- 04Morgendliche Kopfschmerzen mit Erbrechen oder UngeschicklichkeitHirn- und Rückenmarkstumoren bei Kindern
- 05Anfälle trotz MedikamentenEpilepsiechirurgie bei medikamentenresistenten Anfällen
- 06Steife, angespannte Beine, die das Gehen erschwerenOperationen bei Spastik, etwa bei Zerebralparese
Hydrozephalus und Kraniosynostose bei Kindern
Beide Erkrankungen verändern Größe oder Form des Kopfes. Ihre Ursachen unterscheiden sich jedoch, und jede braucht eine andere Operation.
Hydrozephalus
Beim Hydrozephalus staut sich Hirnwasser (Liquor) in den Hohlräumen des Gehirns, den Ventrikeln. Dadurch steigt der Druck auf das wachsende Gehirn. Etwa 1 bis 2 von 1.000 Babys sind betroffen.
Häufige Ursachen sind Spina bifida, Blutungen bei Frühgeborenen, Infektionen und Tumoren. Manche Babys haben außerdem von Geburt an einen engen Abflusskanal.
- Bei Babys: ein Kopf, der schneller wächst als die Wachstumskurve, eine gespannte oder vorgewölbte Fontanelle, nach unten gerichtete Augen („Sonnenuntergangsphänomen“), Erbrechen, Schläfrigkeit oder Unruhe
- Bei älteren Kindern: Kopfschmerzen nach dem Aufwachen, Erbrechen, verschwommenes oder doppeltes Sehen, Gleichgewichtsstörungen und nachlassende Leistungen in der Schule
Die meisten Kinder brauchen deshalb eine Operation, die das überschüssige Hirnwasser ableitet oder umleitet. Die beiden wichtigsten Verfahren sind der Shunt und die endoskopische Drittventrikulostomie (ETV). Mehr dazu im Ratgeber zur Hydrozephalus-Behandlung.
Shunt oder ETV: Wie unterscheiden sie sich?
Ein Shunt leitet das Hirnwasser aus dem Gehirn ab. Die ETV schafft dagegen einen neuen Weg innerhalb des Gehirns. Alter und Ursache der Blockade bestimmen deshalb die Wahl.
| Frage | Shunt (ventrikuloperitoneal) | Endoskopische Drittventrikulostomie (ETV) |
|---|---|---|
| So funktioniert es | Ein dünner Schlauch mit Ventil leitet überschüssiges Hirnwasser vom Gehirn in den Bauchraum | Eine kleine Kamera schafft eine Öffnung im Boden des dritten Ventrikels, sodass das Hirnwasser die Blockade umgeht |
| Besonders geeignet für | Die meisten Formen und Ursachen des Hydrozephalus, in jedem Alter | Hydrozephalus durch blockierten Abfluss (Verschlusshydrozephalus); bei manchen Babys verödet der Chirurg zusätzlich den Plexus choroideus, der Hirnwasser bildet |
| Implantat | Ja, es bleibt unter der Haut, meist lebenslang | Kein Implantat |
| Langfristige Betreuung | Ein Shunt kann verstopfen oder sich infizieren, manche Kinder brauchen deshalb eine Revision | Die Öffnung kann sich wieder verschließen, daher gehen die Kontrollen weiter |
Kraniosynostose
Bei einer Kraniosynostose schließt sich eine Naht zwischen den Schädelknochen eines Babys zu früh. Der Schädel wächst dann in die falsche Richtung, und die Kopfform verändert sich.
- Sagittal, die häufigste Form: ein langer, schmaler Kopf (Kahnschädel)
- Metopisch: eine spitze, dreieckige Stirn (Dreiecksschädel)
- Koronar: eine Stirn, die auf einer oder beiden Seiten abgeflacht wirkt
- Lambdoid, die seltenste Form: eine einseitige Abflachung am Hinterkopf
- Syndromal: mehrere Nähte, verbunden mit einer genetischen Erkrankung wie dem Apert- oder Crouzon-Syndrom
Viel häufiger ist jedoch eine lagebedingte Abflachung, weil das Baby oft in derselben Position liegt. Sie braucht keine Operation; Lagewechsel oder ein Helm helfen meist.
Die Operation löst die verschlossene Naht und formt den Schädel neu, oft gemeinsam mit einem Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Meist operieren Fachleute im Alter von 3 bis 8 Monaten. Manchen Babys bieten Chirurgen mit etwa 3 Monaten einen kleineren endoskopischen Eingriff mit anschließender Helmtherapie an.
Fragen in dieser Phase
Bleibt ein Shunt lebenslang im Körper?
Meist ja, die meisten Kinder behalten ihren Shunt ein Leben lang. Manche brauchen jedoch eine Revision, wenn er verstopft oder sich infiziert. Deshalb lernen Eltern vor der Entlassung die Warnzeichen eines Shuntversagens kennen.
Ist der flache Hinterkopf meines Babys eine Kraniosynostose?
Meist nicht. Eine lagebedingte Abflachung ist häufig und bessert sich mit Lagewechseln oder einem Helm. Eine Kraniosynostose verursacht dagegen eine typische Kopfform, die eine Bildgebung bestätigt.
Weitere Erkrankungen in der Kinderneurochirurgie
Zu jeder der folgenden Erkrankungen gibt es einen ausführlichen Ratgeber. Hier finden Sie jeweils eine kurze Zusammenfassung.
Spina bifida und angeheftetes Rückenmark
Die Spina bifida ist eine Spaltbildung der Wirbelsäule, die früh in der Schwangerschaft entsteht. Ihre offene Form braucht in den ersten Lebenstagen einen Verschluss, wie unser Ratgeber zur Myelomeningozele erklärt.
Verdeckte Formen liegen dagegen unter der Haut, manchmal mit einem Grübchen oder Haarbüschel. Eine Operation löst dann ein angeheftetes (Tethered Cord) oder gespaltenes Rückenmark, wie die Seite zur Spina-bifida-Operation zeigt.
Hirn- und Rückenmarkstumoren
Hirntumoren sind die häufigsten soliden Tumoren bei Kindern. Viele wachsen im hinteren Teil des Gehirns, deshalb stehen Kopfschmerzen, Erbrechen und Ungeschicklichkeit oft am Anfang.
Zu den Formen gehören das niedriggradige Astrozytom, das Medulloblastom, das Ependymom und das Kraniopharyngeom. Der erste Schritt ist meist die größtmögliche sichere Entfernung, wie unser Ratgeber zur Hirntumor-Behandlung erklärt.
Tumoren im Wirbelkanal beschreiben die Ratgeber zu Rückenmarkstumoren und zu Rückenmarkstumoren bei Kindern.
Epilepsie, die Medikamente nicht kontrollieren
Eine Operation kommt infrage, wenn zwei geeignete Medikamente versagt haben. Sie hilft auch, wenn eine Bildgebung einen klaren Anfallsherd zeigt. Häufige Anfälle können bei Kindern das Lernen bremsen, daher ist eine frühe Abklärung für eine Epilepsiechirurgie wichtig.
Spastik
Spastik bedeutet steife, angespannte Muskeln nach einer Schädigung von Gehirn oder Rückenmark, bei Kindern meist durch eine Zerebralparese. Bei geeigneten Kindern lockern eine selektive dorsale Rhizotomie oder eine Baclofenpumpe steife Beine. Unser Ratgeber zur Spastik-Behandlung erklärt, für wen welche Möglichkeit passt.
Warum braucht ein Baby eine Operation am Gehirn?
Die häufigsten Gründe sind Hydrozephalus, Spina bifida und Kraniosynostose. Seltener braucht ein Baby eine Operation wegen eines Tumors, einer Zyste oder einer Blutung. In jedem Fall soll sie das wachsende Gehirn und Rückenmark schützen.
Warnzeichen: Wann sollten Eltern Hilfe suchen?
Die meisten Kopfschmerzen, Beulen und ungewöhnlichen Kopfformen bei Kindern sind harmlos. Manche Zeichen sollten Sie aber bald ärztlich abklären lassen.
Vereinbaren Sie einen Arzttermin, wenn Sie Folgendes bemerken:
- Einen Kopf, der schneller wächst als die Wachstumskurve, oder eine ungewöhnliche Kopfform
- Ein Grübchen, Haarbüschel, eine Fettgeschwulst oder ein Muttermal über der unteren Wirbelsäule
- Spätes Laufenlernen, neuen Zehenspitzengang oder einen Fuß, der seine Form verändert
- Probleme beim Trockenwerden oder wiederholte Harnwegsinfekte
- Kopfschmerzen, die Ihr Kind aufwecken oder mit morgendlichem Erbrechen auftreten
Holen Sie sich sofort ärztliche Hilfe bei:
- Einem ersten Krampfanfall oder einem Anfall, der länger als fünf Minuten dauert
- Wiederholtem Erbrechen mit Kopfschmerzen oder ungewöhnlicher Schläfrigkeit
- Einer gespannten, vorgewölbten Fontanelle mit Erbrechen oder Unruhe
- Bei einem Kind mit Shunt: Kopfschmerzen, Erbrechen, Benommenheit, Fieber oder Rötung entlang des Schlauchs
- Plötzlicher Schwäche, Gleichgewichtsverlust oder neuem Doppeltsehen
Im Notfall rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
Erster Ansprechpartner ist meist Ihr Kinderarzt. Eine MRT oder ein Ultraschall klärt die Frage dann oft schnell. Mehr zu Kopfschmerzen und anderen Tumorzeichen finden Sie im Ratgeber zu Hirntumor-Symptomen.
Kurze Schwächephasen in Arm oder Bein nach Weinen oder wildem Spielen erklärt die Seite zur Moyamoya-Operation.
Erkrankungen der Kinderneurochirurgie im Überblick
Diese Tabelle ordnet jeder Erkrankung die üblichen Operationen und den typischen Zeitpunkt zu. Bei einem wachsenden Kind zählt der Zeitpunkt nämlich ebenso viel wie die Technik.
| Erkrankung | Wichtigste Operationen | Typischer Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Hydrozephalus | Shunt oder ETV | Bald nach der Diagnose; dringend bei hohem Druck |
| Kraniosynostose | Endoskopische Nahtlösung mit Helm oder offene Schädelumformung | Endoskopisch mit etwa 3 Monaten; meist mit 3-8 Monaten |
| Myelomeningozele (offene Spina bifida) | Verschluss am Rücken; bei Bedarf Shunt oder ETV | Meist innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt; in ausgewählten Schwangerschaften vor der 26. Woche |
| Verdeckte Spina bifida, angeheftetes oder gespaltenes Rückenmark | Lösen des Rückenmarks, Entfernung eines Knochensporns, Lipom-Operation | Wenn Zeichen auftreten; bei manchen Formen früher, etwa bei einem Knochensporn |
| Hirn- oder Rückenmarkstumor | Größtmögliche sichere Entfernung oder Biopsie | Bald nach der Diagnose |
| Medikamentenresistente Epilepsie | Entfernung oder Abtrennung des Anfallsherdes | Sobald Untersuchungen die Eignung bestätigen |
| Spastik | Selektive dorsale Rhizotomie oder Baclofenpumpe | Wenn Therapie und Medikamente zu wenig helfen |
Welcher Arzt sollte mein Kind zuerst sehen?
Beginnen Sie bei Ihrem Kinderarzt oder einem Neuropädiater, der die ersten Untersuchungen veranlassen kann. Zeigt die Bildgebung ein operatives Problem, ist danach ein Kinderneurochirurg der richtige Ansprechpartner.
Narkose und Intensivstation für Kinder
Prof. Albayrak operiert in einem Krankenhaus mit Kinderanästhesie und Kinderintensivstation. Zuerst prüft das Narkoseteam Gesundheit und Gewicht Ihres Kindes. Danach passt es jedes Medikament und jede Infusion an dieses Gewicht an.
Ist eine Narkose für das sich entwickelnde Gehirn eines Babys sicher?
Viele Eltern sorgen sich darum, besonders bei Babys. Veröffentlichte Warnhinweise aus dem Jahr 2016 rieten bei Kindern unter 3 Jahren zur Vorsicht bei wiederholten oder langen Narkosen. Als lang galten dabei mehr als drei Stunden.
Eine große Studie untersuchte jedoch Babys mit etwa einer Stunde Narkose. Mit 5 Jahren entsprach ihr IQ dem von Babys, die stattdessen eine regionale Betäubung per Spritze bekommen hatten. Chirurgen verschieben eine notwendige Operation deshalb nicht, vermeiden aber zusätzliche Narkosen.
Intensivstation und Schmerztherapie
Nach größeren Operationen am Gehirn verbringen Kinder meist eine oder zwei Nächte auf der Kinderintensivstation. Dort überwachen Pflegekräfte rund um die Uhr Atmung, Wachheit, Schmerzen und Wunde. Nach kleineren Eingriffen wie dem Lösen des Rückenmarks kommen die meisten Kinder direkt auf die Normalstation.
Ist eine Vollnarkose für ein Neugeborenes sicher?
Ja, wenn ein Team für Kinderanästhesie sie durchführt und die Operation notwendig ist. Eine Narkose bei Neugeborenen erfordert besondere Sorgfalt bei Temperatur, Atmung und Flüssigkeit. Deshalb finden Operationen bei Neugeborenen in Kliniken mit Neugeborenen-Intensivstation statt.
Mit Ihrem Kind aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Istanbul
Prof. Albayrak hat Patienten aus 64 Ländern behandelt. Eine gute Planung hält die Reise für Ihr Kind ruhig. Das Team begleitet Ihre Familie deshalb durch jeden Schritt.
Von vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Direktflüge nach Istanbul. Nach einer Operation am Gehirn nennen veröffentlichte Empfehlungen zum Fliegen etwa 7 Tage Abstand. Den genauen Flugtermin legt der Chirurg fest.
Welche Einreisebestimmungen für die Türkei gelten, hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit ab. Prüfen Sie die aktuellen Regeln für Ihren Reisepass vor der Reise. Das gilt auch für die Reisedokumente Ihres Kindes.
Klären Sie vor der Reise mit Ihrer Krankenkasse oder Versicherung, ob und in welchem Umfang Kosten einer Behandlung im Ausland übernommen werden. Mehr im Ratgeber zur Gehirnoperation in der Türkei: Einreise und Visum, Unterlagen und Versicherung, Checkliste vor der Reise sowie Aufenthalt und Flüge.
Vor der Reise
- Bringen Sie alle bisherigen Aufnahmen auf CD oder USB-Stick mit, zusammen mit den schriftlichen Befunden
- Nehmen Sie Arztbriefe, eine Medikamentenliste und bekannte Allergien mit, auch eine Latexallergie
- Planen Sie, dass ein Elternteil oder beide während der ganzen Behandlung bleiben
- Prüfen Sie Reisepässe und Einreiseregeln frühzeitig
Während des Aufenthalts und danach
- Ein Elternteil bleibt meist mit im Krankenzimmer des Kindes
- Der Chirurg erklärt den Plan und beantwortet Ihre Fragen vor der Einwilligung
- Nehmen Sie den Entlassungsbericht (Arztbrief) und den Operationsbericht für den Kinderarzt zu Hause mit
- Kontrollen zu Hause stimmen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Neuropädiater ab
Wie lange bleiben wir in Istanbul?
Das hängt von der Operation ab. Viele Kinder gehen zum Beispiel wenige Tage nach einem Shunt oder dem Lösen des Rückenmarks nach Hause. Eine Tumoroperation erfordert dagegen einen längeren Aufenthalt.
Wann darf mein Kind nach der Operation nach Hause fliegen?
Das entscheidet der Chirurg bei der letzten Kontrolle. Meist fliegen Kinder, sobald die Wunde gut heilt und sie normal essen, schlafen und sich bewegen.
Der Behandlungsweg Ihres Kindes
Vom ersten Besuch bis zur Nachsorge
Die Behandlung folgt vier Schritten. Jeder beantwortet eine einfache Frage, damit Ihre Familie immer weiß, was als Nächstes kommt.
SCHRITT 01
Abklärung: Was ist das Problem?
Der erste Besuch beginnt mit einer sorgfältigen Untersuchung von Kopfumfang, Entwicklung, Reflexen, Haut und Gang. Danach wählt das Team die passende Untersuchung:
- MRT zeigt Gehirn und Rückenmark ohne Strahlung.
- Ultraschall durch die Fontanelle eignet sich für junge Babys.
- Niedrig dosiertes CT zeigt Schädelknochen und Nähte bei Kraniosynostose.
- EEG zeichnet Anfälle auf, und Blasenuntersuchungen prüfen die Nerven des Rückenmarks.
Braucht mein Kind für die MRT eine Sedierung?
Viele Babys schlafen nach dem Trinken während einer kurzen MRT einfach. Ältere Kinder, die nicht still liegen können, brauchen dagegen manchmal eine vorab geplante Sedierung.
SCHRITT 02
Planung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Bei einem wachsenden Kind zählt der Zeitpunkt. Manche Probleme brauchen innerhalb von Stunden eine Operation, etwa hoher Druck durch einen Hydrozephalus. Für andere gibt es ein ideales Altersfenster, zum Beispiel 3-8 Monate bei Kraniosynostose.
Der Chirurg bespricht den Plan außerdem mit den anderen Fachärzten. Zum Schluss trifft Ihre Familie den Chirurgen, um Ziele, Risiken und Erholung zu besprechen.
SCHRITT 03
Operation: Funktion schützen, Wachstum einplanen
Die Operation findet in einem Krankenhaus in Istanbul statt; welches, wird in der Beratung festgelegt. Ziel ist, das Problem zu behandeln und jeden funktionierenden Nerv zu schützen. Dafür nutzen Chirurgen mehrere Hilfsmittel:
- Neuronavigation führt den Chirurgen anhand der MRT des Kindes, ähnlich wie ein Navigationsgerät.
- Intraoperatives Neuromonitoring warnt das Team, wenn eine Nervenbahn nahe ist.
- Mikrochirurgie und Endoskopie ermöglichen kleine Öffnungen, etwa bei der ETV.
- Resorbierbare Platten halten umgeformte Schädelknochen und lösen sich mit der Zeit auf.
Wie lange dauert eine Operation am Gehirn bei Kindern?
Das hängt von der Operation ab. Ein endoskopischer Eingriff dauert zum Beispiel etwa eine Stunde. Eine Tumorentfernung oder Schädelumformung kann dagegen mehrere Stunden dauern.
SCHRITT 04
Erholung und Nachsorge
Die Erholung hängt von der Operation und vom Alter Ihres Kindes ab. Pflegekräfte und Physiotherapeuten helfen Ihrem Kind, wieder zu sitzen, zu gehen und zu spielen.
Die Nachsorge dauert danach Jahre, denn das Wachstum kann das Bild verändern. Die Kontrollen erfassen Kopfumfang, Entwicklung, Shuntfunktion und bei Bedarf die MRT.
Wann kann mein Kind wieder in Kita oder Schule gehen?
Nach einer kleineren Operation an der Wirbelsäule, etwa dem Lösen des Rückenmarks, kehren viele Kinder nach wenigen Wochen zurück. Nach einer Operation am Gehirn erfolgt die Rückkehr dagegen schrittweise, je nach Kraft und Heilung.
Braucht mein Kind später weitere Operationen?
Manche Kinder ja. Ein Shunt braucht zum Beispiel vielleicht eine Revision, und das Wachstum kann das Rückenmark erneut anheften. Regelmäßige Kontrollen erkennen solche Probleme früh, bevor sie Schaden anrichten.
Kinderneurochirurgie in Istanbul
Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak
Neurochirurg · Operationen an Gehirn und Wirbelsäule bei Kindern und Erwachsenen
Eine Operation bei einem Kind schützt Gehirn und Wirbelsäule, die noch wachsen. Deshalb plant Prof. Albayrak jede Operation rund um Wachstum, Schule und Familienleben des Kindes.
Er ist Professor für Neurochirurgie in Istanbul. Medizin studierte er an der Marmara-Universität (1998), die Facharztausbildung Neurochirurgie absolvierte er an der Universität Istanbul (2004).
Klinische Fellowships folgten an der Universität Helsinki (2006-2007) und an der Harvard Medical School, Brigham and Women's Hospital (2007-2008). Er besitzt das ECFMG- und das EANS-Zertifikat.
Die Beratung findet auf Englisch oder Türkisch statt. Bitte organisieren Sie bei Bedarf vorab einen Dolmetscher.
Praxis: Terrace Fulya Center, Hakkı Yeten Cad. No: 11, D:13, Teşvikiye, Şişli, Istanbul.
27+Jahre
5.000+Operationen
64Länder
33Publikationen
Angaben aus dem Berufsprofil von Prof. Albayrak, September 2026. Siehe seine vollständige Publikationsliste.
Termin vereinbarenHäufige Fragen zur Kinderneurochirurgie
Was unterscheidet einen Kinderneurochirurgen von einem Neurochirurgen?
Vor allem die Altersgruppe und die zusätzliche Ausbildung. Kinderneurochirurgen konzentrieren sich auf Babys, Kinder und Jugendliche, deren Gehirn und Körper noch wachsen.
Ist ein Kinderneurochirurg dasselbe wie ein Neuropädiater?
Nein. Ein Neuropädiater (Kinderneurologe) erkennt und behandelt Erkrankungen des Nervensystems mit Untersuchungen und Medikamenten. Ein Kinderneurochirurg operiert dagegen, wenn eine Operation helfen kann. Oft arbeiten beide als ein Team.
Bis zu welchem Alter behandelt ein Kinderneurochirurg?
Von der Geburt bis ins Jugendalter. Danach übernehmen Fachärzte für Erwachsene die lebenslange Nachsorge.
Wissenschaftliche Publikationen von Prof. Albayrak
Begutachtete Artikel zur Neurochirurgie bei Kindern, die Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak als Autor oder Mitautor verfasst hat. Die Links führen zu PubMed oder zum Verlag (auf Englisch); sein Profil nennt alle 33 Publikationen.
- Tethered cord syndrome in childhood: special emphasis on the surgical technique and review of the literature with our experience
- Rare Cause of Persistent Headache in a Child: Spontaneous Idiopathic Subdural Hematoma
- Persistent bilateral amaurosis in a child caused by damage to the calcarine cortex and the claustrum in contralateral hemispheres after a closed head injury
- Intra-operative magnetic resonance imaging in neurosurgery
Offizielle Informationen (teilweise auf Englisch)
- Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst. Krebs bei Kindern und Jugendlichen.
- National Institute of Neurological Disorders and Stroke. Hydrocephalus.
- National Cancer Institute. Childhood Brain and Spinal Cord Tumors Summary Index (PDQ).
- National Institute of Neurological Disorders and Stroke. Epilepsy and Seizures.
- UK Civil Aviation Authority. Surgical conditions: guidance for health professionals.
- Auswärtiges Amt. Türkei: Reise- und Sicherheitshinweise.
- Außenministerium der Republik Türkei. Visa information for foreigners.
Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Diagnose und Therapieentscheidung erfordern eine persönliche Untersuchung Ihres Kindes durch den behandelnden Arzt.
Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026. Redaktion: Praxis von Prof. Dr. Serdar Baki Albayrak, [email protected].
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